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Neues Team, alte Fehler

Bedröppelte Mienen: Die FCS-Spieler Kevin Maek, Pascal Pellowski, Philipp Kreuels, Christian Eggert und Thomas Rathgeber (von links) verloren zum Saisonauftakt gegen Wiesbaden. Foto: Schlichter
Bedröppelte Mienen: Die FCS-Spieler Kevin Maek, Pascal Pellowski, Philipp Kreuels, Christian Eggert und Thomas Rathgeber (von links) verloren zum Saisonauftakt gegen Wiesbaden. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Saarbrücken. Bei hochsommerlichen Temperaturen fand Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken am Samstag im Saarbrücker Ludwigspark vor allem in der ersten Halbzeit kein Mittel gegen einen gut aufgelegten SV Wehen Wiesbaden. Von SZ-MitarbeiterPatric Cordier

Der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhard Klimmt hatte den "Beginn einer neuen Ära" bei Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken angekündigt. Rein sportlich war der Auftakt zur Saison 13/14 aber eher ein Fehlstart. Die neue Mannschaft von Trainer Jürgen Luginger musste sich dem SV Wehen Wiesbaden mit 1:2 (1:2) geschlagen geben und zeigte den 5250 Zuschauern im Ludwigspark vor allem in der ersten Hälfte alte Fehler.

Stichwort Standardsituationen: Vor ihnen hatte der neue FCS-Scout Michael Petry gewarnt. Dreimal trat Wehens Alf Mintzel Eckbälle, dreimal landeten sie genau bei Wehener Spielern. Den ersten Kopfball kratzte Kim Falkenberg, einer der besten Saarbrücker an diesem heißen Samstag, von der Linie (10. Minute), der zweite ging knapp vorbei (12.), nach dem dritten von Marcus Mann stand es 0:1 (16.). "Es war ein besonderes Tor", sagte der frühere FCS-Kapitän, "nicht, weil es gegen den alten Verein war, sondern weil es unser erstes war und wir dadurch auch gewonnen haben".

Stichwort Zweikampfverhalten: FCS-Kapitän Marc Lerandy musste nach einem Zusammenprall mit José Pierre Vunguidica wegen Gehirnerschütterung vorübergehend ins Krankenhaus. "Er war kurzzeitig nicht ansprechbar, wir sind auf Nummer sicher gegangen", sagte der Saarbrücker Mannschaftsarzt Roland Kuppig. Die Aktion in der 77. Minute war nicht bösartig, spiegelte aber die größere Aggressivität der Gäste wider. Wehen war einfach bissiger. "Da müssen wir zulegen", forderte Luginger, "wir waren sehr naiv".

Stichwort Ballkontrolle: Da bewies der FCS in der Vorbereitung viel Geduld, spielte lange quer, um sauber nach vorne zu passen. Gegen Wehen kamen viel zu schnell wieder lange Bälle. "Wir wollten bei diesem Wetter viel Ballbesitz", erklärte Luginger, "aber vielleicht wollten wir zu schnell zu viel. Wir haben dumme Fehler gemacht, hatten oft Unterzahl im Mittelfeld und leichtsinnige Fehlpässe." Nach einem dieser Ballverluste in der Vorwärtsbewegung nutzte der sehr agile Vunguidica, der die Abwehrspieler des FCS und vor allem Kapitän Marc Lerandy des Öfteren vor größere Probleme stellte, die Chance zum 0:2 (39.)

Doch es war nicht alles schlecht, was der FCS am Samstag ablieferte. Die Mannschaft zeigte eine gute Einstellung. Thomas Rathgeber besorgte nach feinem Zuspiel von Raffael Korte den 1:2-Anschlusstreffer (42.). "Wir haben uns anfangs etwas den Schneid abkaufen lassen", sagte der Ex-Offenbacher, "in der zweiten Hälfte haben wir bei der Hitze alles gegeben, der Ausgleich wäre verdient gewesen". Denn nach dem Wechsel erhöhten die Saarländer den Druck und kamen zu Chancen. Philipp Kreuels (64.) scheiterte aber ebenso am starken Michael Gurski im Wehener Tor wie Marcel Ziemer und Thomas Rathgeber in der Nachspielzeit. "Ich bin einfach enttäuscht", sprach Kreuels ob des Ergebnisses vielen Zuschauern aus der Seele, "dass nicht alles klappen kann, ist beim Saisonstart normal. Aber wir haben Moral gezeigt, nur der Ball wollte einfach nicht mehr ins Tor."