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Neuerungen zum Saisonstart Strauß hebt wirtschaftlichen Erfolg hervor

Neuerungen zum Saisonstart Strauß hebt wirtschaftlichen Erfolg hervor

Saarbrücken. Der 1. FC Reimsbach II beendete die Spielzeit 2009/2010 punktgleich mit dem Zwölften Viktoria Hühnerfeld auf dem elften Platz von 18 Mannschaften in der Fußball-Landesliga Südwest. Im gesicherten Mittelfeld, würde es da im Fußballer-Jargon normalerweise heißen. Aber Platz elf war in der abgelaufenen Spielzeit in der Landesliga Südwest kein gesichertes Mittelfeld

Saarbrücken. Der 1. FC Reimsbach II beendete die Spielzeit 2009/2010 punktgleich mit dem Zwölften Viktoria Hühnerfeld auf dem elften Platz von 18 Mannschaften in der Fußball-Landesliga Südwest. Im gesicherten Mittelfeld, würde es da im Fußballer-Jargon normalerweise heißen. Aber Platz elf war in der abgelaufenen Spielzeit in der Landesliga Südwest kein gesichertes Mittelfeld. Da die Zahl der möglichen Absteiger am Saisonende noch unklar war, musste der FC Reimsbach II sogar ein Entscheidungsspiel gegen den möglichen Abstieg bestreiten. Dies war nötig geworden, da zu diesem Zeitpunkt die Saison in der Regionalliga und der Oberliga noch nicht beendet war. Die regionale Zugehörigkeit der Absteiger aus der Regional- und Oberliga beeinflusst nämlich auch die Zahl der Absteiger in den saarländischen Amateurklassen.

Da dort ohnehin wegen des vermehrten Aufstiegs nach der Spielklassenreform des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) auch mehr Teams absteigen, hätte es in der Landesliga Südwest bis zu sieben Mannschaften kosten können - am Ende waren es aber doch nur drei Absteiger. Auch Reimsbach II blieb damit in der Liga.

Jetzt kommt für die Vereine, die auch nach dem letzten Spieltag noch lange um den Ligaverbleib zittern mussten, eine gute Nachricht aus Saarbrücken. Der SFV hat in seiner jüngsten Vorstandssitzung beschlossen, den Terminkalender der Amateurligen an die Oberliga und die Regionalliga anzupassen. Das heißt, dass sowohl Regionalliga wie auch Oberliga und die unteren Klassen am 29. Mai 2011 ihren letzten Spieltag bestreiten. Da dann die Zahl der saarländischen Oberliga-Absteiger feststeht (außer es gibt Lizenzentzüge in der Regionalliga), wissen auch die saarländischen Amateur-Teams im Abstiegskampf genau, wo sie dran sind. Vorsorgliche Entscheidungsspiele muss es also kaum noch geben.

Kritik gab es in den vergangenen Wochen aber auch an den vielen möglichen Absteigern - vor allem im Bereich der Landes- und Verbandsligen. "Dass bis zu sieben Mannschaften absteigen können, ist einfach zu viel", sagt beispielsweise Ex-FCS-Profi Björn Tarillon (Foto: Hartung), heute Spielertrainer der SF Winterbach aus der Landesliga Nordost. Er kämpfte mit seiner Mannschaft vergangene Saison gegen den Abstieg und schaute immer mit bangem Blick auf die Verbandsliga. Denn je nachdem, in welche Landesliga die dortigen Absteiger kommen, müssen in dieser Landesliga dann auch mehr Vereine runter.

"Die Abstiegssituation hat sich letzte Saison nicht so dramatisch dargestellt, wie von vielen befürchtet. Trotz des vermehrten Aufstieges gab es mit der Bezirksliga Saarlouis nur eine Spielklasse, wo tatsächlich vier Teams absteigen mussten. In allen anderen Klassen waren es drei Absteiger oder weniger", hält Adalbert Strauß, der Spielausschuss-Vorsitzende des Saarländischen Fußballverbandes, dagegen. "Aufgrund dieser Fakten haben wir uns auch entschlossen, die Auf- und Abstiegsregelung auch in der kommenden Saison genau wie in der letzten Spielzeit beizubehalten", sagt Strauß.

Geändert wurden in der Spielordnung dagegen die Punkte, die den Einsatz von Nachwuchsspielern (unter 21 Jahre bei Vereinen bis zur Saarlandliga, unter 23 Jahre bei Spielern ab der Oberliga) regeln. Hier wurde festgelegt, dass maximal drei solcher Spieler in unteren aufstiegsberechtigten Mannschaften dieser Vereine mitwirken dürfen. Bisher war deren Zahl unbegrenzt. Herr Strauß, nach dem Ende der Spielzeit 2009/2010 gab es viele Entscheidungsspiele. Vor allem an den vorsorglichen Entscheidungsspielen gegen den Abstieg gab es Kritik. Wie haben Sie diese Entscheidungsspiele gesehen?

Adalbert Strauß: Die Entscheidungsspiele um den Aufstieg brachten viele Zuschauer und damit einen wirtschaftlichen Erfolg für einige unserer Vereine. Da die vorsorglich ausgetragenen Spiele um den Abstieg etwas kritisch gesehen wurden, haben wir unseren Rahmenterminplan an die Terminpläne der Regionalliga und Oberliga angepasst, so dass wir in der neuen Saison alle gemeinsam das letzte Spiel austragen werden. Was den Austragungsort von Entscheidungsspielen betrifft, haben wir beschlossen, dass ein Verein, der ein Spiel ausrichtet, erst wieder in vier Jahren bei der Vergabe berücksichtigt werden kann.

Sie haben mit Ihren Vorstandskollegen zudem den Einsatz von jungen Spielern in aufstiegsberechtigten zweiten oder dritten Mannschaften neu geregelt. Warum diese Änderung?

Strauß: Bei einigen Meisterschafts- und vor allem bei den Entscheidungsspielen wurde der Einsatz von Spielern aus höheren aufstiegsberechtigten Mannschaften in unteren aufstiegsberechtigten Mannschaften sehr stark kritisiert. Dies haben wir im Spielausschuss und Rechtsausschuss aufgegriffen, intensiv beraten, und nach längeren Diskussionen haben wir uns für eine Änderung entschieden. Dies war aber nur möglich, weil die DFB-Spielordnung geändert wurde. Wir haben nach Abwägungsprozessen und Rücksprachen mit Vereinsvertretern beschlossen, dass in unteren aufstiegsberechtigten Mannschaften weiter junge Spieler, die in der ersten Mannschaft nur zu Kurzeinsätzen kamen oder nach Verletzungen Spielpraxis brauchen, eingesetzt werden können. Dabei wird deren Anzahl jedoch auf drei Spieler begrenzt. Eine besondere Regelung gibt es noch einmal für die letzten vier Saisonspiele und Entscheidungsspiele.

Wie entwickelt sich angesichts des demografischen Wandels die Anzahl der Fußballmannschaften im Saarland?

Strauß: Bei den Herren gab es einen leichten Rückgang, vor allem im Bereich der zweiten Mannschaften. Zudem haben wir zehn neue Spielgemeinschaften genehmigt. Eine erfreuliche Entwicklung gibt es im Frauenfußball. Hier haben wir 23 Prozent mehr Mannschaftsmeldungen als in der Vorsaison. Für die Jugend liegen mir keine Zahlen vor. "Dass bis

zu sieben Mannschaften absteigen können, ist einfach zu viel."

Björn Tarillon, Spielertrainer

der SF Winterbach

Auf einen Blick

Ligareform und Regeländerung - die SZ hat hierzu Stimmen gesammelt:

Bernd Bender (Spielausschussvorsitzender SV Thalexweiler, Verbandsliga): "Durch die Anpassung des Spielplans an Regionalliga und Oberliga wird die Saison noch länger. Dieses Jahr war der letzte Spieltag am 16. Mai, jetzt ist er am 29. Mai. Da hat man fast gar keine Pause mehr."

Marc Hepper (Spielertrainer SF Saarfels, Kreisliga A): "Ich finde es gut, dass die zweiten Mannschaften nur noch drei Spieler der höheren Mannschaft unter 21 einsetzen dürfen. Einige haben in der Vergangenheit in entscheidenden Situationen fast alle jungen Spieler nach unten abgestellt. Das grenzte an Wettbewerbsverzerrung."

Patrick Bähr (Trainer SV Bübingen, Saarlandliga): "Dass der Einsatz von Spielern der ersten Mannschaft in unteren Teams begrenzt wurde, halte ich für eine richtige Entscheidung, auch wenn wir negativ davon betroffen sind. Einige Vereine haben es da in den letzten Jahren übertrieben."

Benedikt Schäfer (Spielertrainer SV Hofeld, Landesliga): "Dass die Saison gemeinsam mit der Regionalliga und Oberliga aufhört, ist gut. Dass sie dadurch länger dauert, allerdings nicht. Irgendwann braucht man ja auch mal eine Pause vom Fußball. Vielleicht kann man es so lösen, dass alle Spielklassen gemeinsam früher aufhören."

Gerd Schley (Vorsitzender des SV Furpach, Verbandsliga): "Wir hatten ja letzte Saison so ein Relegationsspiel gegen Losheim, das am Ende unnötig war. Von daher finde ich es sehr positiv, dass jetzt gemeinsam aufgehört wird und diese unnötigen Partien wegfallen."

Adalbert Strauß hofft, mit den Regeländerungen die Vereine zufriedenzustellen. Foto: Engel

Michael Graf (Spielausschussvorsitzender SV St. Ingbert, Landesliga): "Wenn junge Spieler nicht mehr in der Ersten eingewechselt werden, weil sie dann für die Zweite gesperrt wären, nimmt man diesen Spielern auch die Lust am Fußball. Von daher halte ich die Regelung für nicht so gut." sem