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Fußball
Neuers Zuversicht ist ungebrochen

Geht’s hier zur WM? DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke hat jedenfalls keinen Plan, falls seine etatmäßige Nummer eins Manuel Neuer doch nicht rechtzeitig fit für das Turnier im Sommer werden sollte.
Geht’s hier zur WM? DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke hat jedenfalls keinen Plan, falls seine etatmäßige Nummer eins Manuel Neuer doch nicht rechtzeitig fit für das Turnier im Sommer werden sollte. FOTO: dpa / Soeren Stache
München. Eine Eigenblut-Therapie soll beim Nationaltorwart angeschlagen haben. Seine Rückkehr ist aber immer noch nicht absehbar.

Manuel Neuer ist im Urlaub. In Phuket/Thailand will der 31-Jährige mit Ehefrau Nina auf andere Gedanken kommen. Sein tägliches Reha-Programm setzt der Kapitän des FC Bayern und der Nationalmannschaft aber auch in Fernost fort, um sein großes Ziel zu realisieren: die Fußball-WM in Russland.


„Ich gehe fest davon aus, dass ich bei der WM im Tor bin“, sagte Neuer zuletzt bei FCB.tv. Aber nach wie vor ist offen, wann der seit fünf Monaten verletzte Torhüter zwischen die Pfosten zurückkehren wird. Mehr als ein nettes Urlaubsfoto von Neuer, der dabei demonstrativ den Daumen nach oben streckt, und Aussagen, die Zuversicht ausdrücken sollen, gibt es derzeit nicht. Wie es Neuer wirklich geht und wie weit er schon wieder ist? Nicht bekannt.

Der „kicker“ berichtete am Montag, dass die alle 14 Tage durchgeführten Kontrollen des dreimal gebrochenen linken Mittelfußes positive Ergebnisse liefern würden. Neuer könne mit voller Belastung gehen. Leichtes Traben sei aber nur gewichtsreduziert möglich. Die „Bild“-Zeitung will erfahren haben, dass zwei Spritzenkuren mit Eigenblut voll angeschlagen hätten und die WM-Teilnahme sicher sei.

Bis zur Weltmeisterschaft sind es nicht einmal mehr vier Monate. Die Zeit wird langsam knapp. Aber Druck macht keiner. „Es läuft alles gut und wie geplant“, sagte Neuers Berater Thomas Kroth der „Bild“, aber man habe immer betont: „Er soll sich die Zeit nehmen. Wenn es eine Woche länger dauert, dauert es eine länger, wenn es drei Wochen länger dauert, dann eben drei.“

Man müsse „auf Nummer sicher gehen“ und „sehr vorsichtig“ sein, unterstrich Neuer selbst: „Nur keine Fehler machen. Eine weitere Verletzung an dem Knochen wäre suboptimal für mich. Deshalb muss ich mir einfach die Zeit nehmen und so lange pausieren, bis alles zu hundert Prozent in Ordnung ist.“ Bis dahin bleibt auch Bundestrainer Joachim Löw nur die Hoffnung auf eine rechtzeitige Rückkehr seiner im Normalfall unumstrittenen Nummer eins. Über einen „Plan B“ mache man sich „keine Gedanken“, sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.



Noch nicht. Immerhin hat Löw am Wochenende erstmals Neuers Bayern-Vertreter Sven Ulreich ins Gespräch gebracht. „Er ist sicherlich in unserem Blickfeld. Die Spiele, die er gemacht hat, waren sehr, sehr gut“, sagte Löw. So ein Lob freue ihn, „das ist eine Ehre“, meinte Ulreich. Und es sei natürlich „ein Traum, mit zur WM zu fahren. Aber es gibt viele andere Torhüter, die eher auf den Zug aufspringen können, die jung sind und große Perspektiven haben“, sagte der frühere Stuttgarter. Es wäre „fast unfair“, wenn er dann bei der WM dabei sei.

Realistisch ist Ulreichs WM-Teilnahme ohnehin nur, sollte es bei Neuer doch nicht reichen. Denn gerade auf der Torhüter-Position ist die Auswahl für den Bundestrainer groß. Die besten Chancen haben aktuell Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) und Bernd Leno (Bayer Leverkusen). Zudem ist auch Kevin Trapp ein Kandidat, auch wenn er bei Paris St. Germain nicht regelmäßig spielt. In seinen ersten zwei Länderspielen zeigte der Saarländer gute Leistungen. Sowohl im Freundschaftsspiel im Sommer gegen Dänemark (1:1) als auch beim 2:2 im November in seiner Wahlheimat Frankreich hielt er im Gegensatz zu Leno ohne größere Fehler.