Neuer Trainer, neue Ideen, neues System

Saarbrücken. Frischer Wind und neue Ideen. Dieses Motto verbreitet Tobias Jungfleisch seit vergangenem Freitag als Cheftrainer der Bundesliga-Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken. Dem 30-Jährigen assistieren Stefan Braun, der Trainer der 2. Frauenmannschaft, und Sebastian Rytzmann, der schon unter Ex-Trainer Stephan Fröhlich Assistenztrainer war

Saarbrücken. Frischer Wind und neue Ideen. Dieses Motto verbreitet Tobias Jungfleisch seit vergangenem Freitag als Cheftrainer der Bundesliga-Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken. Dem 30-Jährigen assistieren Stefan Braun, der Trainer der 2. Frauenmannschaft, und Sebastian Rytzmann, der schon unter Ex-Trainer Stephan Fröhlich Assistenztrainer war. "Das funktioniert super", sagt Jungfleisch, "wir können im Training viel individueller auf die Spielerinnen eingehen."

Für Jungfleisch ist Frauenfußball absolutes Neuland. Der lizenzierte A-Trainer ist aber "völlig unvoreingenommen." Viel Zeit, voreingenommen zu sein, hatte er auch nicht. Nur wenige Stunden, nachdem Fröhlich am vergangenen Freitag krankheitsbedingt das Traineramt niederlegte, war Jungfleisch im Amt. Schon jetzt, nach einer halben Trainingswoche, kann er große Unterschiede zu den männlichen Mannschaften feststellen. Einerseits attestiert er den Frauen höhere Wissbegierigkeit, beispielsweise über den Sinn der Trainingsmethoden, andererseits räumt er ein, dass sie ein anderes Aufwärmtraining brauchen. "Es dauert länger, bis sie körperlich und geistig bereit sind", sagt er.

Neben der neuen Aufgabe beim FCS ist der ehemalige Co-Trainer der Saarbrücker U16-Jungs an der Erweiterten Realschule Merchweiler als Lehrer für Sport, Deutsch und evangelische Religion beschäftigt. Seine Karriere als Fußballer endete beim 1. FC Riegelsberg aus Verletzungsgründen schon vor dem Einstieg in den Lehrerberuf. Jetzt steht er vor der wohl wichtigsten Woche im Kurz-Engagement in der Frauenabteilung, das am 13. März wieder enden soll. "Es gibt eine Abmachung, dass ich danach wieder bei der B-Jugend arbeiten werde", erklärt Tobias Jungfleisch, "das habe ich den Jungs versprochen."

Davon abgesehen betreibt er für den Erfolg des FCS im Heimspiel (Sonntag, 11 Uhr, Kieselhumes) gegen den Herforder SV (Tabellenzwölfter, vier Punkte) einen "enorm hohen Aufwand". Denn das Spiel muss der FCS (Zehnter, 13 Punkte) gewinnen, um in der Tabelle vor dem USV Jena (Elfter, 12 Punkte) zu bleiben. Gestern war deshalb ein Co-Trainer mit der Kamera beim Herford-Spiel gegen Bad Neuenahr, das Herford mit 4:2 gewann. Nicht nur daher lud Jungfleisch die männliche FCS-C-Jugend zum Training ein, "die unsere Abwehr ordentlich durcheinander wirbeln soll. Denn die Abwehrarbeit ist der erste Ansatz", sagt er.

Das Spielsystem hat er umgestellt - in Absprache mit dem Trainerteam. "Alle Spielerinnen haben gesagt, dass das System viel einfacher und verständlicher ist", verrät der neue Cheftrainer. Deshalb ist Tobias Jungfleisch zuversichtlich, dass die Mission Nichtabstieg gelingt. "Jede Trainigseinheit macht Mut. Die Bereitschaft, im neuen System zu spielen, ist sehr groß", sagt er, "die Spielerinnen stellen ihre persönlichen Interessen in den Hintergrund. Wir arbeiten im Moment auf ganz hohem Niveau." Selbstverständlich ist dies nicht. "Die Frauen wollen manchmal gehätschelt werden", verrät Jungfleisch mit einem Augenzwinkern. jan

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