Neuer Partner, neue Hoffnung

Neuer Partner, neue Hoffnung

Stuttgart. Cacau musste in der jüngsten Vergangenheit viel aushalten: Über Monate im Formtief gefangen, wurde er von der Mannschaft als Vize-Kapitän abgesetzt. Jetzt könnte für den schwächelnden Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart ausgerechnet die Verpflichtung seines vermeintlichen Konkurrenten Vedad Ibisevic zum Glücksfall werden

Stuttgart. Cacau musste in der jüngsten Vergangenheit viel aushalten: Über Monate im Formtief gefangen, wurde er von der Mannschaft als Vize-Kapitän abgesetzt. Jetzt könnte für den schwächelnden Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart ausgerechnet die Verpflichtung seines vermeintlichen Konkurrenten Vedad Ibisevic zum Glücksfall werden. "Cacau kann von Vedad profitieren", sagte Trainer Bruno Labbadia. Denn der Einkauf von Ibisevic für 4,5 Millionen Euro Ablöse von 1899 Hoffenheim führte beim VfB zum Systemwechsel, was Cacau vom ungeliebten Posten des Alleinunterhalters im Sturm erlöste. Er kann sich nun weiter zurückfallen lassen. Ein neuer Anlauf für Cacau - denn hängen lassen gilt nicht.Ein Problem ist der Stürmer damit los. Andere Herausforderungen bleiben. Seine neue Rolle in der Mannschaft hat der 30-Jährige offenbar noch nicht gefunden. Eine Rolle ohne Verantwortung. Im Trainingslager in der Türkei war "Vize" Cacau, der wegen der Verletzung von Matthieu Delpierre in der Hinrunde lange Zeit die Kapitänsbinde getragen hatte, von seinen Mitspielern aus dem Mannschaftsrat gewählt worden. Der gebürtige Brasilianer empfand nicht nur die Abwahl als Demütigung. Vom Trainer erhielt er nicht die gewünschte Unterstützung. Im Gegenteil: Labbadia verbannte Cacau vorübergehend auf die Bank.

"Die Situation ist nicht einfach für ihn", meinte Labbadia vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München gestern Abend (bei Redaktionsschluss nicht beendet): "Er steht jetzt auch im Konkurrenzkampf zu Julian Schieber und Martin Harnik." Für den Trainer ist offen, ob Cacau mit seiner neuen Situation zurechtkommt. Der Stürmer äußert sich nicht dazu.

Für Cacau geht es um mehr, als zu alter Stärke in Stuttgart zurückzufinden. Ihm droht beim Verlust des Stammplatzes beim VfB der Verlust der Teilnahme an der Europameisterschaft - auch wenn Bundestrainer Joachim Löw noch zu ihm hält. So war Cacau wie selbstverständlich dabei, als unlängst in München Werbefotos der Nationalspieler für die EM geschossen wurden. "Ich weiß, was Cacau kann, zu was er in der Lage ist", erklärte Löw. Wie einst Miroslav Klose und Lukas Podolski, die in München kaum zum Einsatz kamen, aber im Nationaltrikot nicht in Frage gestellt wurden, kann Cacau zumindest auf des Bundestrainers Treue hoffen. "Die Leistung im Verein ist auch wichtig, daran wird jeder in einer gewissen Form gemessen. Überwiegend aber an dem, was in der Nationalmannschaft passiert", versicherte Löw: "Ich kenne Cacau, ich weiß, was für ein guter Charakter er ist, wie wichtig er für eine Mannschaft ist." Seine eigene scheint das derzeit vergessen zu haben. dpa

Am Rande

Cacau grübelt: Der Stürmer des VfB Stuttgart befindet sich in einer Formkrise. Er bangt um seinen Stammplatz und dadurch um die Teilnahme an der Europameisterschaft. Foto: Anspach/dpa.

Der Wechsel des Schweizer Nationalspielers Xherdan Shaqiri zur kommenden Saison zu Bayern München ist laut übereinstimmenden Medienberichten perfekt. Der Mittelfeldspieler vom FC Basel, Münchens Gegner im Achtelfinale der Champions League, unterschreibt demnach einen bis 2016 geltenden Vertrag. Als Ablösesumme für den 20-Jährigen sind samt Bonus-Zahlungen zwischen neun und zwölf Millionen Euro im Gespräch. dapd

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