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Neuer Modus „ABBA“ soll Elfmeterschießen gerechter machen

Neuer Modus „ABBA“ soll Elfmeterschießen gerechter machen

(sid) Bei der U17-Europameisterschaft der Juniorinnen in Tschechien und der U17-EM der Junioren in Kroatien testet die Europäische Fußball-Union (Uefa) einen neuen Modus beim Elfmeterschießen. Der Modus heißt "ABBA", hat mit der schwedischen Pop-Band aber nichts zu tun. Kommt es zum Elfmeterschießen, wird nicht mehr, wie seit den 1970er Jahren üblich, abwechselnd geschossen. Aus der Reihenfolge A, B, A, B und so weiter wird nun A, B, B, A und so weiter. Im Klartext: Zunächst schießt Mannschaft A einen Elfmeter, dann treten zwei Schützen von Mannschaft B an, dann zwei Schützen von Mannschaft A - bis jeweils fünf Spieler geschossen haben. Steht nach je fünf Schützen kein Sieger fest, geht es einfach weiter, das bedeutet: Mannschaft B schießt einen weiteren Elfmeter, dann wäre zweimal Mannschaft A dran.

Und warum das Ganze? Die Uefa hofft auf mehr Gerechtigkeit. Sie behauptet: Untersuchungen hätten ergeben, dass nach dem bisherigen Modus zu 60 Prozent jene Mannschaft gewinnt, die zuerst schießen darf. Die Mannschaft, die nachlegen muss, sei dabei angeblich benachteiligt, weil sie unter einem größeren mentalen Druck steht.

Der "ABBA"-Modus erinnert an den Tiebreak beim Tennis: Dort beginnt Spieler A mit einem Aufschlag, danach serviert zweimal Spieler B und so weiter (allerdings so lange, bis ein Spieler zwei Punkte Vorsprung hat).

Das erste "ABBA"-Elfmeterschießen ging gestern im Halbfinale zwischen den U17-Juniorinnen aus Deutschland und Norwegen über die Bühne - mit dem besseren Ende für die Deutschen, die 3:2 gewannen und nun gegen Spanien um den Titel spielen. Torhüterin Stina Johannes hielt vier Elfmeter, den entscheidenden Schuss verwandelte die Münchnerin Andrea Brunner.