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Neuem DOSB-Präsidenten droht Prozess wegen Dachziegeln

Neuem DOSB-Präsidenten droht Prozess wegen Dachziegeln

Nur drei Tage nach seiner Wahl zum Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes ist Alfons Hörmann von der Vergangenheit eingeholt worden. Ihm droht ein Gerichtsprozess wegen illegaler Preisabsprachen.

Dem neuen Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, droht ein Gerichtsprozess wegen des Vorwurfs illegaler Preisabsprachen. "Wir haben die Vorwürfe des Bundeskartellamts geprüft und uns zu eigen gemacht", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf gestern. Die Akten seien dem Düsseldorfer Oberlandesgericht zugestellt worden. Das Gericht hat für das Verfahren noch keinen Termin bestimmt.

Hörmann war am Samstag zum neuen DOSB-Chef gewählt worden. Der 53-Jährige aus Sulzberg im Allgäu wurde mit 434 von 459 abgegebenen Stimmen zum Nachfolger von Thomas Bach (jetzt Präsident des IOC) bestimmt. Hörmann steht seit 2005 an der Spitze des Deutschen Skiverbandes (DSV). Er wurde für zunächst ein Jahr in das höchste deutsche Sportamt gewählt. Erst im Dezember 2014 steht die Wahl für die vierjährige Legislaturperiode des gesamten Präsidiums an.

Das Bundeskartellamt hatte 2008 Bußgelder in Höhe von 150 000 Euro gegen Hörmann und 66 Millionen Euro gegen die Firma Creaton AG verhängt, deren Vorstandsvorsitzender Hörmann damals war. Dagegen hatte Hörmann Einspruch erhoben. Die Vorwürfe seien unbegründet. Nun muss der Kartellsenat des Oberlandesgerichts die Bußgeldbescheide überprüfen.

Das DOSB-Präsidium hatte von dem Kartellrechtsverfahren gewusst, aber keinen Hinderungsgrund für Hörmanns Kandidatur gesehen und vorab mitgeteilt: Es "besteht lediglich der Verdacht einer Ordnungswidrigkeit wegen eines Vorgangs, der mehr als sieben Jahre zurückliegt und seitdem öffentlich bekannt ist".

Dem Ex-Manager werden illegale Preisabsprachen bei Dachpfannen vorgeworfen, erläuterte Holger Schönwitz, der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Private Häuslebauer sollen für ihre Dächer überhöhte Preise bezahlt haben. Im Juli 2006 soll die gesamte Branche bei einem Verbandstreffen vereinbart haben, einen "Energiekostenzuschlag" zu berechnen und die Preise so um vier bis sechs Prozent anzuheben. Zuvor hätten sich einige Unternehmen bereits im Segment der Tondachziegel über eine "massive Preiserhöhung" verständigt, hatte das Bundeskartellamt berichtet.