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Neue Strukturen beim THW Kiel sollen Gemauschel verhindern

Kiel. Mit einem Umbau seiner Machtstrukturen will der unter Betrugsverdacht stehende Handball-Meister und -Pokalsieger THW Kiel einen Neustart versuchen. Die GmbH mit den bislang allein entscheidenden fünf Gesellschaftern wird aufgelöst, ebenso der Beirat mit Vertretern von acht Großsponsoren, die Geld geben durften, aber nichts zu sagen hatten

Kiel. Mit einem Umbau seiner Machtstrukturen will der unter Betrugsverdacht stehende Handball-Meister und -Pokalsieger THW Kiel einen Neustart versuchen. Die GmbH mit den bislang allein entscheidenden fünf Gesellschaftern wird aufgelöst, ebenso der Beirat mit Vertretern von acht Großsponsoren, die Geld geben durften, aber nichts zu sagen hatten. Dafür wird ein fünfköpfiger Aufsichtsrat installiert, der die beiden neuen Geschäftsführer des THW kontrollieren und anleiten soll. "Das ist ein Befreiungsschlag in eine neue Zukunft des THW", sagt Ulrich Rüther, Vorstandsvorsitzender von Hauptsponsor Provinzial-Versicherungen und Beirats-Sprecher. Dubiose Geldtransfers, wie sie Kiel im Zuge der Manipulations-Vorwürfe erklären muss, aber nicht kann, weil Ex-THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker über den Verbleib von 152 000 Euro schweigt, sollen durch die neuen Strukturen nicht mehr möglich sein. "Es gibt kein Gemauschel mehr", sagt Rolf Körting, der als Geschäftsführer einer Warenhauskette dem bisherigen Beirat angehört. Gesellschafter Willi Holdorf bedauert nicht, dass er an Einfluss verliert: "Mit dem Machtverlust kann ich leben. Ich wollte schon früher aus der GmbH, aber das hätte wie eine Flucht ausgesehen." dpa