Neue Sporthalle nimmt Gestalt an

So langsam nimmt das neue Vorzeige-Objekt der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule Gestalt an: Nach sechs Monaten Bauzeit sieht der Rohbau hinter dem Leichtathletik-Stadion allmählich nach Sporthalle aus. In den nächsten Wochen wollen die drei saarländischen Baufirmen, die mit dem Projekt betraut sind, das Dach und die Fassade fertigstellen

 So sah es noch im vergangenen Sommer am Standort der neuen Multifunktionssporthalle aus.

So sah es noch im vergangenen Sommer am Standort der neuen Multifunktionssporthalle aus.

So langsam nimmt das neue Vorzeige-Objekt der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule Gestalt an: Nach sechs Monaten Bauzeit sieht der Rohbau hinter dem Leichtathletik-Stadion allmählich nach Sporthalle aus. In den nächsten Wochen wollen die drei saarländischen Baufirmen, die mit dem Projekt betraut sind, das Dach und die Fassade fertigstellen. Bereits vor zwei Wochen haben sie den Hallenboden ausgegossen. Endgültig einsatzbereit soll die neue Multifunktionssporthalle wie geplant im Oktober sein. "Trotz der Probleme mit dem Wetter wird dieser Termin eingehalten", sagt Werner Zimmer, Vizepräsident des Landessportverbandes für das Saarland.

Vier Wochen lang konnte aufgrund der Witterung nicht gebaut werden. Die Verantwortlichen rechnen dennoch damit, dass die Bitburger Badminton Open (1. bis 6. November) in der neuen Halle stattfinden können - sozusagen die erste große Bewährungsprobe. Darüber hinaus seien weitere Groß-Veranstaltungen in der Halle angedacht, sagt Gerd Meyer, der Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS). Im Gespräch seien zum Beispiel Tischtennis-Bundesliga-Spiele des 1. FC Saarbrücken, Volleyball-Länderspiele oder die Wahl zum Sportler des Jahres. Aber: "Wir sind keine Eventagentur", betont Gerd Meyer.

In erster Linie solle die Halle als hochmoderne Trainingsstätte fungieren. Ein Schwerpunkt soll das Kadertraining des Saarländischen Tischtennisbundes (STTB) sein. Das fand bislang in der alten Tischtennishalle in St. Ingbert statt, die renovierungsbedürftig ist. Ein Drittel der neuen Halle steht künftig ständig den Tischtennisspielern zur Verfügung. "Die Platten werden die ganze Zeit stehen bleiben", sagt Meyer.

Hauptnutzer der übrigen zwei Drittel, die durch schalldichte, ausklappbare Wände voneinander abgetrennt werden können, wird das Gymnasium am Rotenbühl als Eliteschule des Sports sein. Darüber hinaus wollen die Verantwortlichen die anderen Stätten der Hermann-Neuberger-Sportschule entlasten. In der neuen Halle könnte demnächst also auch Fußball, Volleyball oder Kampfsport trainiert werden. "Das ergibt sich dann aus der Gesamtbelegung", erläutert LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans. Einen konkreten Plan gebe es bislang noch nicht.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Halle etwas teurer wird als die bisher veranschlagten 7,5 Millionen Euro an reinen Baukosten. Der Hauptgrund: Im Gegensatz zum früheren Entwurf sollen jetzt größere Glasflächen an der Außenfassade angebracht werden. Außerdem nehmen die Verantwortlichen zusätzliche Anregungen der künftigen Nutzer auf. "Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit", sagt Hans. Daher sei es sinnvoll, schon während der Bauphase die Voraussetzungen für künftige Events zu schaffen. "Wir bleiben aber unter acht Millionen Euro Baukosten", sagt Hans. Fünf Millionen davon kommen aus dem Konjunkturpaket II von Bund und Ländern.

Laut Hans bietet die Halle modernste Möglichkeiten für den Trainingsbetrieb: So stehen zum Beispiel für die verschiedenen Sportarten Zusatzböden zum Auslegen bereit, so dass auf dem Grundboden nur wenige Linien eingezeichnet werden müssen.

Neben den reinen Baukosten kommen auch zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur auf den LSVS zu, um die Verkehrsströme bei Veranstaltungen lenken zu können. Neben dem Stadion soll dafür ein Fußweg für Zuschauer angelegt werden. Insgesamt fasst die Halle Platz für 750 Besucher, bei Bedarf kann die Kapazität noch aufgestockt werden.

All die Investitionen in die neue Halle sollen aber vor allem die Spitzenposition der Hermann-Neuberger-Sportschule im bundesweiten Vergleich festigen. "Wir sind eine der modernsten Sportschulen Deutschlands", sagt Gerd Meyer und nennt Zahlen: 106 saarländische Bundeskaderathleten trainieren derzeit an der Sportschule. Und von den 152 Spitzenathleten, die der Deutsche Olympische Sportbund für das Top-Team London 2012 nominiert hat, kommen zwölf aus dem Saarland - auch ein Ergebnis der Investitionen der vergangenen Jahre (siehe nebenstehender Text). "Im Übrigen haben wir mit den Investitionen auch das Vermögen des Saarlandes deutlich gemehrt, denn die Hermann-Neuberger-Sportschule ist weiter eine Landessportschule", betont Meyer. Doch so langsam stößt sie an natürliche Grenzen, was weitere Neubauten angeht: "Mehr gibt das Gelände einfach nicht her", sagt Paul Hans. "Wir legen großen Wert auf Nach-

haltigkeit."

Paul Hans,

Hauptgeschäftsführer des Landessport-

 Vor Kurzem haben die beteiligten Baufirmen den Boden der neuen Sporthalle auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule ausgegossen. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass das Schmuckstück pünktlich im Oktober fertig sein wird. Fotos: Becker & Bredel

Vor Kurzem haben die beteiligten Baufirmen den Boden der neuen Sporthalle auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule ausgegossen. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass das Schmuckstück pünktlich im Oktober fertig sein wird. Fotos: Becker & Bredel

verbandes für das Saarland

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