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Neue Beweise über systematisches Doping in der früheren BRD

Berlin. Nach neuen Enthüllungen über eine staatlich finanzierte Dopingforschung in der früheren Bundesrepublik Deutschland hat Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) attackiert. „Es scheint Strategie des Bundesinnenministers zu sein, den Abgeordneten Forschungsergebnisse vorenthalten zu wollen“, sagte Gerster mit Blick auf eine umstritten Studie zur Aufarbeitung des Dopings in Deutschland. sid

Die Ergebnisse der 2008 vom Deutschen Olympischen Sportbund initiierten und 550 000 Euro teuren Studie "Doping in Deutschland" sind noch nicht veröffentlicht. Das dem Bundesinnenministerium unterstellte Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) macht dafür datenschutzrechtliche Probleme verantwortlich. Beteiligte Wissenschaftler widersprechen dieser Aussage.

Gestern hatten die Märkische Oderzeitung und die Main-Post ein Dokument veröffentlicht, wonach es Anfang der 1970er Jahre in Westdeutschland mit Steuermitteln finanzierte Dopingforschung gegeben hat. Dabei war das BISp beteiligt, das Freiburger Forschern 1971 mindestens 139 200 Mark für entsprechende Arbeiten zur Verfügung gestellt hat. Das Dokument belegt Ergebnisse der an der Dopingstudie beteiligten Wissenschaftler um Giselher Spitzer. Die Forscher der Berliner Humboldt-Universität hatten 2011 von "systemischen Doping" in Westdeutschland gesprochen. Den Professoren Herbert Reindell und Joseph Keul wurde 1971 das Geld bewilligt, um die Fragestellung "Wird durch Anabolika die Leistungsfähigkeit bei Kraftübungen gefördert und in welchem Maße besteht eine Gefährdung durch Einnahme von Anabolika?" zu untersuchen.