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Neue Bescheidenheit bei den Roten Teufeln

Kaiserslautern. Keine Aufstiegsambitionen, nur ein Platz im vorderen Tabellendrittel. Der 1. FC Kaiserslautern gibt sich vor dem Zweitliga-Saisonstart am Montag gegen 1860 München bescheiden. Trotz des neuen Hauptsponsors. Mirko Reuther

Stefan Kuntz strahlte zu Beginn der Jahrespressekonferenz von Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern am Freitag bis über beide Ohren. Denn nur wenige Tage vor dem Ligastart der Roten Teufel am Montag zu Hause gegen den TSV 1860 München konnte der Vorstandsvorsitzende verkünden, dass der FCK mit der Paysafecard-Wertkarten GmbH doch noch den lange gesuchten Hauptsponsor für die anstehende Spielzeit gefunden hat.

Nach dem Ausstieg der Dr. Theiss Naturwaren GmbH, die zuvor vier Jahre lang auf der Brust der Pfälzer geworben hatte, schien es lange so, als ob Kaiserslautern ohne Hauptsponsor in die Saison starten müsse. Welchen Betrag die neue Partnerschaft, die vorerst über ein Jahr läuft, in die Kasse der Pfälzer spült, wurde nicht bekannt. Im Anschluss an die Ankündigung des Hauptsponsors trat Kuntz aber ungewohnt heftig auf die Euphoriebremse. Der Vorstandsvorsitzende warnte im Hinblick auf die neue Spielzeit vor "künstlich nach oben gedrückter Erwartungshaltung" und gab als Saisonziel nur eine Platzierung im vorderen Tabellendrittel aus. Von Lauterer Aufstiegsambitionen keine Rede. Schließlich habe man sich, so Kuntz, bewusst mit jungen, talentierten Spielern verstärkt, die noch nicht im Rampenlicht stehen und die man geduldig weiterentwickeln wolle.

Und in der Tat finden sich unter den Neuzugängen der Pfälzer nur wenige bekannte Namen. Die Abwehrspieler André Fomitschow und Michael Schulze wechselten vom Zweitliga-Absteiger Energie Cottbus in die Pfalz. Tim Heubach , ebenfalls Verteidiger, kam vom Ligakonkurrenten FSV Frankfurt und Angreifer Stefan Mugosa kickte zuvor in Montenegro für den FK Mladost. Prominentester Neuer ist Philipp Hofmann. Der 21-jährige Stürmer kam vom FC Schalke 04 , war in der vergangenen Saison aber an den FC Ingolstadt ausgeliehen, wo er in 31 Zweitliga-Partien acht Mal traf. Gerade auf die Tore Hofmanns wird es wohl auch in der kommenden Saison maßgeblich ankommen. Denn mit den Abgängen der Stürmer Simon Zoller (zum 1. FC Köln), Mohamadou Idrissou (Maccabi Haifa) und Albert Bunjaku (FC St. Gallen) hat Kaiserslautern im Angriffszentrum viel Qualität und Erfahrung verloren.

Alle weiteren FCK-Neuzugänge kamen aus der Nachwuchsabteilung der Roten Teufel. Für Trainer Kosta Runjaic ist eine Spitzenplatzierung trotzdem mehr als bloße Utopie. "Es müssten viele Details zusammenkommen, aber die Vorbereitung war ansprechend und mit einem guten Start und den Fans im Rücken ist vieles machbar", sagt der 43-Jährige. Zu diesem Start am Montag gegen 1860 München hat der FCK bereits 33 000 Tickets abgesetzt. Insgesamt wurden 15 500 Dauerkarten verkauft.


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Auf einen BlickZugänge des FCK: André Fomitschow (Düsseldorf), Michael Schulze (Energie Cottbus ), Tim Heubach (FSV Frankfurt ), Philipp Hofmann (FC Schalke 04 ), Stefan Mugosa (FK Mladost Podgorica), Jan-Lucas Dorow, Sebastian Jacob, Manfred Osei Kwadwo, Michael Schindele, Julian Pollersbeck (alle Jugend/zweite Mannschaft). Abgänge: Ariel Borysiuk (Lech Danzig/ausgeliehen), Albert Bunjaku (FC St. Gallen), Florian Dick (Bielefeld), Chinedu Ede (Mainz/war ausgeliehen), Kostas Fortounis (Olymp. Piräus), David Hohs (Saarbrücken), Mohamadou Idrissou (Maccabi Haifa), Jan Simunek (Bochum), Richard Sukuta-Pasu (Cercle Brügge), Andrew Wooten (Sandhausen), Simon Zoller (Köln), Mimoun Azaouagh (offen). mire