Nationalelf: Bundestrainer äußert sich zur Lage der Fußballnation

Nationalelf : Bundestrainer Löw muss sich mal wieder rechtfertigen

Joachim Löw kennt das Gefühl nur zu gut. Dutzende Kameras sind auf ihn gerichtet, zahlreiche fragende Gesichter starren ihn an – die ganze Fußballnation erwartet Antworten vom Bundestrainer. Vor einem halben Jahr erklärte Löw so nach einem monatelangen Versteckspiel das historische WM-Debakel, jetzt muss er sich wieder öffentlich rechtfertigen.

Der Druck ist diesmal nur unbedeutend geringer.

Die zum Teil verheerende Kritik an seiner Ausbootung des bayerischen Weltmeister-Trios Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng hat den Bundestrainer vor der öffentlichen Kader-Nominierung am Freitagmittag für die ersten Länderspiele des Jahres in arge Erklärungsnot gebracht. Ein paar unverbrauchte Gesichter für das Testspiel am 20. März in Wolfsburg gegen Serbien und für den Auftakt in der EM-Qualifikation vier Tage später in den Niederlanden (beide 20.45 Uhr/RTL) zu präsentieren – das allein wird die Lage nicht beruhigen. Denn im Sepp-Herberger-Raum der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main muss Löw noch zu einer anderen brisanten Sache Stellung beziehen: Mit dem offensichtlichen Alleingang soll er auch den völlig überraschten DFB-Präsidenten Reinhard Grindel vor den Kopf gestoßen haben.

Löw wird am Freitag versuchen wollen, den Blick mehr nach vorne als nach hinten zu richten. Die spielerischen Fortschritte zum Ende des Horror-Jahres 2018 haben den Bundestrainer in seinem späten Neuaufbau bestärkt. So dürfen zum Beispiel Maximilian Eggestein, Niklas Stark und Danny da Costa auf ein Debüt gegen Serbien und die Niederlande hoffen. Von den Weltmeistern von 2014 werden dagegen höchstens noch drei Spieler im Kader stehen: Kapitän Manuel Neuer, Toni Kroos und Matthias Ginter.

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