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Fußball-Bundesliga
Naldo als großer Pechvogel, weiter Wirbel um Keita

Schalkes Naldo sah am Samstag in Leipzig in den entscheidenden Situationen alt aus.
Schalkes Naldo sah am Samstag in Leipzig in den entscheidenden Situationen alt aus. FOTO: dpa / Jan Woitas
Leipzig. Leipzig holt sich nach 3:1 gegen Schalke 04 Platz zwei von den Königsblauen zurück. Abwehrchef ist an allen vier Toren beteiligt.

Ein Tor erzielt und an allen drei Gegentoren beteiligt: Schalkes Abwehrchef Naldo war beim 1:3 (0:1) zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig der ungewollte „Scorer-König“. Als tragische Figur wollte sich der Brasilianer aber dennoch nicht sehen. „Das gehört dazu. Ich mache mir keine Gedanken“, sagte Naldo.


Vor dem 0:1 fälschte der 1,98 Meter große Abwehrmann den Schuss von Leipzigs Naby Keita unhaltbar für Keeper Ralf Fährmann ab. Das 1:2 durch Timo Werner (69.) leitete der 35-Jährige per Fehlpass ein, Brumas Schuss zum 1:3-Endstand (71.) lenkte er ebenfalls noch ab. Sein Treffer ins richtige Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 per Kopfball (55.) konnte die negative Bilanz nicht mehr retten.

Vorwürfe gab es nicht. „Er hat den Ausgleich gemacht und uns zurückgeholt“, sagte Torhüter Fährmann. Doch vor allem dank Naldo war am Ende die Erfolgsserie von 13 Pflichtspielen ohne Niederlage gerissen, Schalke musste den zweiten Tabellenplatz an RB abgeben.



Während Naldo der große Pechvogel war, stand bei Leipzig Naby Keita im Mittelpunkt. Nach seinem Tor zum 1:0 stürmten die Mitspieler auf ihn zu, wollten ihn feiern – doch der Guineer blieb fast regungslos stehen: Der Mittelfeldstar verzichtete auf den üblichen Jubel. Der Wirbel um seinen möglicherweise vorzeitigen Wechsel zum FC Liverpool schien Wirkung hinterlassen zu haben. „Naby war heute bis zu seiner Auswechslung einer der besten Spieler. Ich glaube, er wollte zeigen, dass er gerne für die Mannschaft spielt“, sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. In der Tat war Keita äußerst auffällig. Fast schien es so, als wollte er beweisen, dass es zwischen ihm und der Mannschaft entgegen aller Gerüchte weiterhin stimmt.

Allerdings zeigte Keita auch wieder enorme Härte, kassierte die fünfte Gelbe Karte und fehlt in Freiburg. In der 67. Minute nahm Hasenhüttl seinen gelb-rot-gefährdeten Abräumer vom Feld. Leipzigs Trainer räumte ein, dass Keita der Trubel nicht kalt gelassen habe und er vor dem Spiel eine spezielle Behandlung benötigt hätte.

Nach wie vor halten sich die Gerüchte, dass der 22-Jährige in den nächsten Tagen wechselt, falls die Reds auf die 70 Millionen Euro Ablösesumme für einen Wechsel im Sommer noch 20 Millionen Euro drauflegen. Sportdirektor Ralf Rangnick widersprach jedoch weiter: „Weder der Spieler noch Liverpool haben diesbezüglich mit uns Kontakt aufgenommen.“ Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bestätigte das gestern, dazu gab es ein schriftliches Statement, dass Keita bleibt.

In der umkämpften Partie stellten die Leipziger mit der Einwechslung von Nationalspieler Timo Werner (63. Minute) die Weichen auf Sieg. Werner hatte erkältet zunächst auf der Bank gesessen. Das 2:1 war sein neuntes Saisontor. Jean-Kevin Augustin (39.) hatte zudem für RB einen Elfmeter vergeben.