Nächste Auslandsstation

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Uli Stielike ist ein Trainervagabund. Abgesehen von Deutschland durchlief der frühere Profi von Real Madrid Job-Stationen in Spanien, der Schweiz, Elfenbeinküste und Katar. Jetzt ist er in Südkorea und trainiert die Nationalelf.

Noch hält sich Uli Stielike in Spanien bei seinem Sohn auf. Am Montag wird der frühere deutsche Nationalspieler dann offiziell als neuer Trainer der südkoreanischen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt. Stielike soll die Asiaten zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland führen, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Fußballverbandes (KFA) am Freitag. Der frühere Nachwuchstrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Spieler von Borussia Mönchengladbach und Real Madrid freut sich auf eine attraktive Aufgabe. "In Südkorea herrscht eine große Fußballbegeisterung. Das ist eine gute Ausgangsbasis", sagte der 59-Jährige.

Stielike, der bislang nur einen Vorvertrag unterschrieben hat, wird in die Hauptstadt Seoul reisen und am Montag vor dem Freundschaftsspiel gegen Uruguay seinen offiziellen Kontrakt unterschreiben. Dieser ist vom 1. Oktober bis zur WM 2018 in Russland datiert. "Mein erstes Länderspiel wird die Partie Anfang Oktober gegen Paraguay in Seoul sein", sagte der aus dem nordbadischen Ketsch stammende frühere Libero. Stielike tritt die Nachfolge von Hong Myung Bo an, der nach dem frühen Aus bei der WM in Brasilien im Juli zurückgetreten war. Die "Taeguk Warriors" hatten zweimal verloren und einmal unentschieden gespielt. "Das Team in Brasilien war sehr jung, vielleicht zu jung", vermutete Stielike.

Der Deutsche ist nicht die erste Wahl der KFA gewesen. Zuvor waren Verhandlungen mit dem früheren Nationalcoach der Niederlande, Bert van Marwijk, ohne Erfolg abgebrochen worden. Ein Grund für die Einigung mit Stielike sei dessen Absicht, in Südkorea zu bleiben, um mit den jungen Spielern zusammenzuarbeiten, wie ein Verbandsvertreter von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert wurde. Van Marwijk soll nicht zu einem Umzug bereit gewesen sein. "Das war wohl der Hauptgrund, warum es mit Bert van Marwijk nicht geklappt hat", erklärte Stielike.

Der in der Welt weit herumgekommene Badener möchte sich vor Ort ein Bild machen und dann die Situation analysieren. Fest steht für ihn schon jetzt: "Hier gibt es viele junge und talentierte Spieler. Das Problem ist, dass sie nicht immer in ihren Vereinen zum Einsatz kommen." Eine tragende Rolle in seinem neuen Team traut Stielike den Bundesligaspielern Song Heung Min aus Leverkusen oder dem Mainzer Koo Ja Cheol zu.

Zuletzt hatte Stielike die Mannschaft von Al-Sailiya in Doha/Katar trainiert. Von 1998 bis 2000 war er Co-Trainer von Erich Ribbeck für das deutsche Nationalteam.