Saarländischer Schwimm-Bund Nachfolger von Vitense ist gefunden

Saarbrücken · Der Schwimmbund hat einen neuen Landestrainer verpflichtet – einen Saarländer aus der Schweiz.

Eine der wichtigsten Personalfragen im saarländischen Spitzensport ist seit gestern geklärt: Der Saarländische Schwimmbund (SSB) hat einen Nachfolger für den scheidenden Landestrainer Hannes Vitense unter Vertrag genommen und dies Sportlern und Eltern gestern Abend mitgeteilt: Der Neue ist Felix Weins (35), selbst Saarländer, aktuell in Zürich lebend und dort Trainer beim Verein Limmat Sharks.

Etwa 40 Bewerbungen waren beim SSB eingegangen, seit Vitense vor knapp drei Monaten angekündigt hatte, das Saarland am Jahresende Richtung Neckarsulm zu verlassen. „Auch aus Zypern, Kenia, Australien, Portugal, den USA oder Kanada“, sagt Martin Bartels, der Präsident des SSB: „Zwei Punkte haben den Ausschlag gegeben, dass sich das Präsidium des SSB für Felix Weins entschieden hat: Er hat Sportler, auch Olympia-Teilnehmer, erfolgreich auf internationale Wettkämpfe vorbereitet. Und er ist in der Nachwuchsarbeit erfolgreich tätig.“

„Besser ausgebildet als Vitense“

Beide Punkte soll Weins, der laut Bartels hervorragend ausgebildet sei („Besser als Hannes Vitense, als dieser bei uns angefangen hatte“), auch im Saarland umsetzen – zum einen das Nachwuchskonzept des SSB, das Vitense über Jahre entwickelt hatte, fortsetzen, zum anderen die besten Athleten zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio führen. Dies dürfte die größte Herausforderung werden, denn das von Vitense aufgebaute Team Tokio ist auseinandergebrochen. Die Toptalente Celine Rieder und Henning Mühlleitner folgen Vitense nach Neckarsulm. Sarah Bosslet geht laut Bartels nach Südafrika und schließt sich dort einer internationalen Trainingsgruppe an. Marlene Hüther hat noch keine Entscheidung über ihre Zukunft getroffen, aber Bartels glaubt, „dass sie unter Felix sicher einen Schritt nach vorne machen kann“.

Wie reagieren die Spitzenathleten?

Sicher im Saarland bleiben werden die Olympia-Teilnehmer Annika Bruhn und Christoph Fildebrandt sowie Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger. Wie sie die künftige Zusammenarbeit mit Weins beurteilen, ist offenbar eine spannende Frage, denn Bartels ist sich nicht sicher, „ob sie mit der Entscheidung hundertprozentig glücklich“ seien, zumal Weins bislang keinen Namen in der Szene hätte. „Aber den hatte Vitense, als er anfing, auch nicht“, meint Bartels. Die Topsportler hätten im Bewerbungsprozess auch eigene Vorschläge eingebracht, „letztlich hat das Präsidium aber so entschieden“, sagt Bartels.

Bis Januar steht Felix Weins noch bei den Limmat Sharks unter Vertrag. Ende Januar, spätestens zum 1. Februar soll er die Arbeit in Saarbrücken aufnehmen. Und auch eine zweite Person soll noch hinzukommen. Dies werde mit Weins noch abgestimmt, sagt Bartels.

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