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Nach Skandalspiel gegen Russland: Montenegro drohen harte Strafen

Podgorica. Der deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte keine andere Wahl: Er musste das EM-Qualifikationsspiel Montenegros gegen Russland wegen Ausschreitungen abbrechen. Die Folgen für die Gastgeber könnten bitter sein. Agentur

Der Skandal beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Montenegro und Russland wird ein Nachspiel haben. Der russische Fußball-Verband RFS werde Protest bei der Uefa einlegen, kündigte RFS-Präsident Nikolai Tolstych nach dem Abbruch der Partie in Podgorica an. Das Spiel am Freitagabend in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica wurde wegen Zuschauerausschreitungen vom deutschen Schiedsrichter Deniz Aytekin in der 67. Minute beim Stand von 0:0 vorzeitig beendet.

"Es ist eine Schande", sagte Montenegros sichtlich erschütterter Trainer Branko Brnovic. Verbands-Generalsekretär Momir Djurdjevac klagte über die Hooligans: "Sie singen 'Ich liebe Montenegro', aber sie tun das Gegenteil." Die Zeitung "Vijesti" schrieb am Samstag, das bedeute "das Ende des Fußballs in Montenegro als zivilisierter Sport". Die Uefa kündigte an, zunächst die Berichte ihrer Delegierten und von Aytekin abzuwarten, ehe ein Disziplinarverfahren eröffnet wird. Montenegro drohen unter anderem Sanktionen wie der Ausschluss der Zuschauer in den kommenden Spielen.

Schon 20 Sekunden nach dem Anpfiff war es zum ersten Vorfall gekommen: Der russische Torhüter Igor Akinfejew bekam einen Feuerwerkskörper an den Kopf und musste verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Er erlitt eine Nackenblessur und kleinere Brandverletzungen. Nach dem Vorfall wurde die Partie nach 33-minütiger Unterbrechung fortgesetzt. Doch sie beruhigte sich nicht. Nach einem verschossenen Elfmeter des Russen Roman Schirokow warfen die Zuschauer erneut Gegenstände auf das Spielfeld. Schirokows Teamkollege Dimitri Kombarow wurde getroffen und meldete dies Aytekin. Der hatte keine andere Wahl und brach die Partie in der 67. Minute ab. Auch unter den Spielern kam es zu Tumulten.