Nach dem Tiefpunkt folgt der Umbruch

Nach dem Tiefpunkt folgt der Umbruch

Nach dem bitteren Olympia-Aus steht das deutsche Männer-Volleyball vor einer ungewissen Zukunft. Ein Umbruch im Team kündigt sich an. Zumindest bei der Förderung durch Bund und DOSB wird es keine Einbußen geben.

Tiefpunkt, Stunde null, Start in den Generationswechsel - so richtig konnten die deutschen Volleyballer das Olympia-Aus beim Abendessen mit ihren Frauen im Berliner Team-Hotel nicht einordnen. Nach der Niederlage im Fünf-Satz-Drama gegen Polen ist die Trauer groß und die Zukunft ungewiss.

"Ich würde die Niederlage vielleicht als die schlimmste in meiner Karriere bezeichnen", sagte Zuspieler Lukas Kampa, deutscher Volleyballer des Jahres 2015. "Zwei Dinge bleiben: Die Tränen in meinen Augen, und das Gefühl, unheimlich stolz auf mein Team zu sein", befand Trainer Vital Heynen.

Zumindest der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) signalisierte bei der Förderung Rückendeckung. "Unmittelbare Konsequenzen wird es nicht geben. Volleyball ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil von Sportdeutschland und erhält damit auch eine entsprechende Förderung", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann gestern. Die Gesamtfördersumme des Deutschen Volleyball-Verbandes durch Bund und DOSB betrug in den letzten Jahren rund 1,1 Millionen Euro. Angeführt von Präsident Thomas Krohne will der Verband in den nächsten Tagen die Lage analysieren. Besonders bitter ist, dass nicht nur das Männer-Team, sondern auch die Frauen in Rio fehlen werden. Erstmals seit Barcelona 1992 finden Olympische Spiele ohne ein deutsches Hallen-Volleyballteam statt. "Uns fehlt jetzt die Plattform in Rio, auf der wir uns präsentieren können", sagte Krohne enttäuscht.

Große Fragen wirft die personelle Situation auf. Nachdem Star-Spieler Georg Grozer (31) direkt nach dem Spiel gegen Polen seinen Rücktritt erklärt hat ("Ich brauche mehr Zeit für die Familie"), rückt auch für Spieler wie Marcus Böhme (30), Jochen Schöps (32) und Sebastian Schwarz (39) das Ende in der Nationalmannschaft näher. Und auch hinter der Zukunft des Belgiers Heynen steht ein großes Fragezeichen. Der Verband will den 46-Jährigen, der seine Zukunft offen ließ, unbedingt über das Vertragsende im Sommer halten.