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Nach dem Aus des Titelverteidigers: Was wird aus der Bundesliga?

Nach dem Aus des Titelverteidigers: Was wird aus der Bundesliga?

Frankfurt. Raus ohne Applaus - und nun? Die Frauenfußball-Bundesliga hofft, trotz des Ausscheidens des Titelverteidigers vom Rummel um die deutsche Elf bei der Weltmeisterschaft zu profitieren. Ein gemeinsames Konzept gibt es aber nicht. "Wir werden nach und nach Ideen entwickeln

Frankfurt. Raus ohne Applaus - und nun? Die Frauenfußball-Bundesliga hofft, trotz des Ausscheidens des Titelverteidigers vom Rummel um die deutsche Elf bei der Weltmeisterschaft zu profitieren. Ein gemeinsames Konzept gibt es aber nicht. "Wir werden nach und nach Ideen entwickeln. Das muss aber jeder selbst tun, wir stehen schließlich in Konkurrenz", sagt Siggi Dietrich, Manager des Bundesligisten 1. FFC Frankfurt. Er war vor der WM überzeugt, dass die Bundesliga danach "in eine neue Dimension" vorstößt: "Der Frauenfußball hat sich etabliert, die Gesichter sind nicht wegzudenken."Bundesliga - das hieß in der vergangenen Saison keine 900 Zuschauer im Schnitt. "Wir müssen schnell zur Realität des Alltags zurückkehren", fordert Bernd Schröder, Meister-Trainer von Turbine Potsdam, nach dem deutschen WM-Aus: "Ich hatte ohnehin keinen neuen Boom erwartet." "Das wird schon 'ne schwierige Kiste, wenn ich daran denke, dass wieder nur 1000, 2000 Leute kommen", sagt Linda Bresonik. Die Nationalspielerin vom FCR Duisburg ahnt, wie schwer sich der Boom umsetzen lassen wird: "Das ist ein hartes Stück Arbeit." Schröder hat bei den "Sommermädchen" gar Bedenken: "Einige Spielerinnen hatten sich schon vorgestellt, groß rauszukommen. Damit muss man jetzt umgehen."

Am 21. August startet die Bundesliga in die neue Saison. Für Duisburgs Ex-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg (jetzt USV Jena) wäre es "schon ein Erfolg, wenn wir im Schnitt 100 Zuschauern nach der WM bei Bundesliga-Spielen mehr hätten". Fakt ist, dass ein Großteil der Liga mit zwölf Mannschaften keine Stars wie Lira Bajramaj (1. FFC Frankfurt) hat und nur mit den 180 000 Euro überleben kann, die die Clubs pro Saison vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) aus dem Topf der TV-Gelder erhalten. Duisburgs Trainer Marco Ketelaer sagt: "Es stimmt zwar, dass sowohl die DFB-Spitze als auch die Sponsoren der Nationalelf sehr angetan sind von diesem überragenden Zuspruch bei der WM. Ob und was davon aber eventuell in der Bundesliga ankommt, müssen wir abwarten."

DFB-Präsident Theo Zwanziger will die Frauen-Bundesliga jedenfalls mittelfristig in die Nähe der 3. Männer-Liga rücken - was das Medien-, Zuschauer - und Sponsoreninteresse angeht: "Unsere Aufgabe ist es, zu schauen, ob die Fernsehzuschauer speziell am Frauenfußball Interesse haben." Was aus der Bundesliga wird, räumte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach aber schon vor dem Ausscheiden des Gastgebers ein, "das weiß keiner so genau". dpa