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Nach dem 2. Platz darf es in der neuen Saison gerne mehr sein.

Begeisterung in der Halle : „Saarbrücker Löwen“ belohnen sich für Tempo-Spiel

Handball-Saarlandligist HSG TVA/ATSV Saarbrücken beendet Runde auf Platz 2. Mit fast unverändertem Team in neue Saison.

„Hätte mir vor der Saison jemand angeboten, wir werden mit dem besten Angriff der Liga Zweiter, ich hätte es sofort angenommen“, sagte Andreas Birk, Trainer des Handball-Saarlandligisten HSG TVA/ATSV Saarbrücken, „natürlich denkt man zwischendurch auch mal, was hätte sein können. Aber ich lebe in hier und jetzt. Ich bin sehr zufrieden und stolz auf meine Mannschaft“.

Offensichtlich zu Recht, hat diese doch mit einem 29:27-Sieg beim Meister HC Dillingen/Diefflen am letzten Spieltag Platz zwei in der Tabelle gesichert. In 26 Partien erzielten die „Saarbrücker Löwen“ 775 Tore, zeigten gerade zuhause oft begeisternden Tempo-Handball. Bis drei Spieltage vor Schluss war man darum auch ebenso zurecht noch mittendrin im Aufstiegskampf – doch dann gab es eine bittere 28:32-Niederlage bei der HSG Nordsaar nach einer ganz schwachen Vorstellung. „Es war vielleicht die Angst davor, etwas ganz Großes gewinnen zu können“, beschrieb Jan-Peter Hoffmann die Situation, die er nur von der Tribüne aus miterleben konnte. Denn Hoffmann zählte zu den bis zu sechs Stammspielern, die Trainer Birk im Laufe der Saison langfristig fehlten. Wie Kapitän Daniel Konrad, der sich im Dezember hatte am Knie operieren lassen müssen. „Wie die Jungs das dann gemacht haben, ist aller Ehren wert. Einer ist für den anderen eingestanden, manch einer über sich hinausgewachsen“, sagte Konrad, der mittlerweile zumindest zeitweise wieder am Training teilnimmt. „Das waren ja immer wieder richtige Niederschläge“, sagte Trainer Birk zur Verletztenmisere, „die Jungs sind immer wieder aufgestanden. Letztlich ist Platz zwei ein Ergebnis harter Arbeit“.

Daran hat auch Athletik-Trainer Lucien Haßdenteufel seinen Anteil. Der frühere Weltklasse-Schwimmer hat die körperlichen Voraussetzungen geschaffen für das von Trainer Birk bevorzugte schnelle und direkte Spiel. „Wir sind halt auch ein verschworener Haufen, und vielleicht haben die Verletzungen uns noch sogar noch dichter zusammenrücken lassen“, sagte Maurice Kopp, „ich kann mir nicht vorstellen, diese Mannschaft einmal zu verlassen“.

Das wird allerdings Lars Zipfel tun, der nach Bous wechselt. Ein Verlust, menschlich und sportlich, denn der Rückraumspieler hat sich zu einem der verlässlichsten Werfer der Saarbrücker entwickelt. „Er steht in der Endphase seines Referendariats und möchte darum zumindest mal ein Jahr etwas kürzer treten“, erklärte Trainer Birk, der aber auch schon einen Neuzugang präsentieren konnte: Nico Gilscher von der HSG Köllertal gilt ebenfalls als starker Rückraumschütze.

Ende Juni beginnt für die HSG TVA/ATSV die Vorbereitung auf die neue Saison. Da die Mannschaft nahezu zusammenbleibt, dürfte das Ziel des Zweiten eigentlich nur Platz eins heißen – gerade wenn man bedenkt, dass die Langzeitverletzten wieder zurückkehren. Doch Birk warnt vor zu hohen Erwartungen.