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MTB-Olympiasiegerin Sabine Spitz schielt immer noch auf die Spitze

Radsport-Ikone : Spitz schielt immer noch auf die Spitze

Im Frauenrennen der Mountainbike-Europameisterschaft in St. Wendel könnte sich für Sabine Spitz an diesem Sonntag der Kreis schließen. Vor 13 Jahren holte sie hier ihre erste von etlichen internationalen Medaillen.

Sechs Jahre ist es her, da erlebte Sabine Spitz den größten Moment ihrer sportlichen Karriere. In Peking holte sie sich 2008 nach einer beeindruckenden Vorstellung die Goldmedaille. Schon damals gehörte sie mit 36 Jahren in ihrer Sportart zum älteren Semester. Und auch heute, mit 42, verschwendet die Ausnahme-Athletin noch keinen Gedanken an ein Ende ihrer mit Erfolgen gepflasterten Laufbahn.

"Sicher, wenn die Ergebnisse nicht stimmen, wenn die Motivation nicht mehr da ist, dann würde man sich schon Gedanken machen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als ob es nicht meine letzte Saison sein wird", sagt Spitz kurz vor Beginn der Mountainbike-Europameisterschaft in St. Wendel. Dort wird sie an diesem Sonntag ab 10.30 Uhr im Hauptrennen der Frauen an den Start gehen - als wahrscheinlich älteste Teilnehmerin zwar, dafür ehrgeizig wie eh und je.

Die "Mountainbike-Oma" peilt ihre nächste internationale Medaille an. "Das ist zumindest das Ziel", sagt Spitz: "Allerdings muss man sehen, wie gut ich mit dem Kurs klarkomme. Es wird eine große Herausforderung, weil es mit den vielen offenen und flachen Passagen vermutlich ein taktisches Rennen geben wird." Doch gerade in einem solchen dürfte Spitz, die im badischen Murg direkt an der Schweizer Grenze wohnt, aufgrund ihrer Erfahrung ganz gute Karten haben. "Die Strecke in St. Wendel ist nicht so selektiv. Das kommt ihr entgegen", sagt auch Ralf Schäuble, der Ehemann und Manager der Vize-Olympiasiegerin von London 2012.

Sollte Spitz tatsächlich ein weiteres Mal Edelmetall einfahren, würde sich für sie der Kreis schließen. 2001 hatte Spitz in St. Wendel ihre erste von insgesamt 27 internationalen Medaillen errungen, ganz nebenbei war es auch die erste überhaupt für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) im Mountainbike-Sport. "Wir verbinden mit St. Wendel sehr viele schöne Erlebnisse", sagt Schäuble: "Sabine ist dort Europameisterin und WM-Zweite geworden und hat insgesamt vier Medaillen geholt. Solche positiven Erfahrungen helfen einem vor allem mental sehr viel. Das verleiht einem von vornherein ein gutes Gefühl." Nach EM-Silber 2001 wurde Spitz in St. Wendel zwei Mal Europameisterin (2008 und 2007/Marathon) und 2010 Vize-Weltmeisterin im Marathon.

Wie sie es geschafft hat, sich seit ihren Anfängen 1994 über so viele Jahre hinweg in der Weltspitze zu halten, erklärt ihr Mann wie folgt: "Ob Training, Ernährung oder das Fokussieren auf den Moment. Sabine lebt den Sport einfach. Man muss sich immer neu erfinden, man darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Das ist ihr immer gelungen."

Gelingt ihr am Sonntag ein erneuter Medaillen-Coup - es wäre die neunte bei einer EM - dürfte auch eine mögliche Olympia-Teilnahme 2016 in Rio vielleicht gar nicht so utopisch daherkommen. "Wenn man Erfolg hat, motiviert einen das für die Zukunft", sagt Schäuble: "Gerade Olympia übt auf Sabine einen besonderen Reiz aus. Und man soll ja nie nie sagen."

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Auf einen BlickZeitplan der Mountainbike-Europameisterschaft in St. Wendel: Donnerstag: 16 Uhr: Cross-Country Eliminator (XCE), Sprintvariante als Ausscheidungsrennen in kleinen Gruppen ausgefahren. Freitag: 15 Uhr: Mannschafts-Wettbewerb. Samstag: 9 Uhr: Juniorinnen; 11.30 Uhr: Junioren; 14 Uhr: U23 Frauen; 17 Uhr: U23 Männer.Sonntag: 10.30 Uhr: Frauen Eliterennen; 13.30 Uhr: Männer.Die Strecke führt über einen 7,9 Kilometer langen Rundkurs mit 270 Höhenmetern, der aus dem Stadion in ein höher gelegenes Waldgelände und zurück verläuft. bene