| 21:11 Uhr

Mourinho verspielt bei Real Madrid allmählich seinen letzten Kredit

Madrid. Die Beziehungskrise zwischen Real Madrid und Starcoach José Mourinho hat sich trotz eines verrückten Sieges zugespitzt. Vor dem 4:3-Heimerfolg des spanischen Fußball-Meisters über Real Sociedad San Sebastián wurde der Portugiese am Sonntag von den Fans im Santiago Bernabéu übel beschimpft und ausgebuht

Madrid. Die Beziehungskrise zwischen Real Madrid und Starcoach José Mourinho hat sich trotz eines verrückten Sieges zugespitzt. Vor dem 4:3-Heimerfolg des spanischen Fußball-Meisters über Real Sociedad San Sebastián wurde der Portugiese am Sonntag von den Fans im Santiago Bernabéu übel beschimpft und ausgebuht. Er hatte es gewagt, Club-Ikone Iker Casillas zum zweiten Mal in Folge auf die Bank zu setzen. Doch das ging daneben: Der bevorzugte Torwart Antonio Adán sah in der fünften Minute nach einer Notbremse Rot - Casillas kehrte ins Tor zurück. Mit nunmehr 36 Punkten haben die Königlichen als Tabellendritte weiter 16 Zähler Rückstand auf Erzrivale Barcelona. Die Kurzpass-Künstler aus Katalonien gewannen im Stadtduell gegen Espanyol 4:0. Das verstärkt den Unmut bei Real. Gegen San Sebastián blieben fast 30 000 der rund 85 000 Stadionplätze unbesetzt. Dass das Starensemble dank der Treffer von Karim Benzema (2.), Sami Khedira (35.) und Cristiano Ronaldo (67., 71.) bei drei Gegentoren von Xabi Prieto (8./Foulelfmeter, 40., 76.) gewann, war eher ein Randaspekt. Nach dem Abpfiff präsentierte sich Mourinho lieber prahlerisch: "Die Pfiffe finde ich völlig in Ordnung. So lebe ich gerne. Ich mag keine bequemen Situationen."



Das Chaos kommt ihm vielleicht nicht unrecht. Es ist kein Geheimnis, dass er die spanischen Medien hasst. Zudem soll er kaum noch mit den Führungsspielern Casillas und Sergio Ramos sprechen. Auch mit Spielmacher Mesut Özil soll er sich nicht mehr verstehen. Daher halten es viele für möglich, dass "Mou" gerade versucht, seinen Rauswurf zu provozieren. dpa

Foto: Lerena/dpa