Moskitos fiebern DHB-Pokalknaller gegen Bundesligist FA Göppingen entgegen

Handball : Bermann freut sich auf ihr erstes großes Spiel

Handballerinnen des Drittligisten HSG Marpingen-Alsweiler empfangen im DHB-Pokal den Bundesligisten Frisch Auf Göppingen.

Oft ist es Millimetersache. Das Zuspiel an den Kreis nimmt Anna Bermann zwischen zwei gegnerischen Abwehrspielerinnen auf. Sie dreht sich blitzschnell, springt ab und wirft den Ball ins Tor. Für die Kreisläuferin der Moskitos dürfte diese Situation am Sonntag um einiges schwieriger werden. Der Frauenhandball-Drittligist HSG Marpingen-Alsweiler trifft ab 16 Uhr in der heimischen Sporthalle im Achtelfinale des DHB-Pokals auf den Bundesligisten Frisch Auf Göppingen.

„Für mich ist es das erste Mal, dass ich gegen einen so großen Gegner spielen kann“, freut sich die 22-jährige Bermann. 2012 hat sie den letzten großen Auftritt der Moskitos im DHB-Pokal mit der 16:34-Niederlage gegen den mittlerweile aufgelösten Erstligisten Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern noch von der Tribüne aus verfolgt. Mit einer Partie gegen „einen großen Gegner“ meint Bermann auch die körperliche Überlegenheit: „Das habe ich auf dem Mannschaftsfoto gesehen, aber eine Spielerin von denen kenne ich nicht.“ Ihr Team sieht sie daher klar in der Außenseiterrolle: „Den Anspruch, ein gutes Spiel zu zeigen, haben wir allemal. Wir wollen ein gutes Ergebnis erzielen.“

Ein Vorbild im Frauenhandball hat die Kreisläuferin nicht. „Wenn überhaupt, dann Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen“, kommt ihr nach kurzer Überlegung über die Lippen. Das passt ja. Denn eine turnerische Ausbildung, um am Kreis auf engsten Raum zu balancieren und dem Verteidiger knapp über dem Hallenboden zu entwischen, hat Bermann mit dem Nationalspieler gemein. Ehe ein Ball ins Spiel gekommen ist, hatte Bermann Leistungsturnen und Gardetanz betrieben. Nach einem Besuch mit einer Freundin beim Handballtraining war es um die damals Achtjährige geschehen – zunächst noch bei den HF Illtal, dann nach dem Wechsel in der Nachwuchsabteilung der damaligen DJK Marpingen.

„Ich habe mich dann für den Handball entschieden“, was Bermann keine einzige Sekunde bereut. 2011 ist sie vom Handballverband Saar zum Talent des Jahres gekürt worden und war gleichzeitig die erste Akteurin der neugegründeten JSG Marpingen-Alsweiler, die diese Auszeichnung abgeräumt hat. Ab der B-Jugend lief sie zusätzlich bereits für die Moskitos in der Oberliga auf. Per Doppelspielrecht hatte Bermann mit dem SV 64 Zweibrücken in der Qualifikationsrunde für die A-Jugend-Bundesliga gestanden und gar kurz mit einem Wechsel in die Saarpfalz geliebäugelt. „Als Spielerin will man immer so hoch wie möglich spielen. Dass wir es mit Marpingen in die 3. Liga geschafft haben und man für höher zu spielen nicht den Verein wechseln muss, ist richtig klasse“, stellt sie fest.

Durch den Aufstieg sei das Interesse am Handball in Marpingen und an der Mannschaft enorm gestiegen. „Es ist richtig toll, dass jetzt so viele Zuschauer kommen und hinterher noch bleiben und die Kommunikation mit uns suchen“, findet die BWL-Studentin. Nach sechs Spieltagen steht der Aufsteiger in der Tabelle auf Platz sechs. „Ja, es läuft bei uns – und das wollen wir gegen Göppingen zeigen“, sagt Bermann.

Zusätzlich freut sich das Rückraumduo der Moskitos, Joline Müller und Linsey Houben, auf das Wiedersehen mit der Luxemburgerin Tina Welter, mit der sie beim Ex-Zweitligisten DJK/MJC Trier zusammengespielt haben. Auch die Laufwege von Marpingens Trainer Jürgen Hartz und seinem Gegenüber Aleksandar Knezevic haben sich zu Spielerzeiten schon gekreuzt.

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