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Moritz schlägt auch in der Heimat noch zu

Moritz schlägt auch in der Heimat noch zu

Toptalent Moritz Reichert hat ein Doppelspielrecht – für das Volleyball-Internat Frankfurt und den TV Bliesen. Am kommenden Wochenende tritt der 18-Jährige mit seinem Heimatverein bei den Südwest-Meisterschaften der U20 in Freisen an.

Moritz Reichert wirkt einfach nur entspannt. Diese Gelassenheit vor den südwestdeutschen Meisterschaften der U20 am kommenden Sonntag in der Bruchwaldhalle in Freisen (ab 11 Uhr) ist so echt, wie seine Ziele hoch sind. Das Volleyball-Talent weiß, was es mit dem TV Bliesen erreichen will: die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft. Denn Reichert, ein 1,95 Meter großer Schlaks, will auf möglichst hohem Niveau Volleyball spielen. Sein Ziel: "1. Bundesliga", betont der Kapitän der deutschen U19-Nationalmannschaft, "und natürlich die großen Turniere - wie Weltmeisterschaften und Europameisterschaften."

Einen großen Schritt hat er in diesem Jahr verpasst. Nur knapp ist Reichert mit der deutschen U19 bei der EM-Qualifikation im tschechischen Brünn Anfang Januar gescheitert. "Das war bitter, weil wir uns so intensiv darauf vorbereitet haben", erinnert er sich. Mit zwei Siegen gegen Weißrussland (3:2) und Tschechien (3:0) sowie zwei Niederlagen gegen Italien (0:3) und Frankreich (2:3) verpasste das Team als Gruppen-Dritter die Endrunde. "Das wäre ein absolutes Highlight gewesen", sagt der Außenangreifer, "ist jetzt aber auch kein Drama." Das ist sie wieder, diese erstaunliche Gelassenheit.

Zum einen hat der gebürtige Lebacher nächstes Jahr wieder die Chance, und zum anderen war allein das Qualifikations-Turnier für ihn schon ein Höhepunkt. "Es war eine ganz besondere Atmosphäre mit so vielen Nationen", schwärmt Reichert, der einen bleibenden Eindruck hinterließ. Bei der Ballannahme glänzte er mit den besten Quoten. Kein anderer Spieler der insgesamt 29 Nationen hatte bessere Werte. "Das ist nur Statistik", sagt der 18-Jährige bescheiden. Aber es zeigt, wie talentiert der Saarländer ist.

Die Begabung und Leidenschaft für seinen Sport bekam Moritz Reichert in die Wiege gelegt. Seine Eltern spielten schon Volleyball, seine ältere Schwester auch, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch er loslegen würde. Mit acht Jahren war es dann soweit, und heute, zehn Jahre später, gehört er zu den Großen in seiner Altersklasse. Wenngleich er sich mit 1,95 Metern eher bei den mittelgroßen Spielern einreiht. "Ein großer Wachstumsschub ist auch nicht mehr zu erwarten", sagt er und muss lächeln.

Ganz im Gegensatz zu seinen sportlichen Zielen. Seit fast zwei Jahren ist er im Volleyballinternat in Frankfurt, trainiert dort etwa 15 Stunden wöchentlich. Mit dem Sonderspielrecht des Internats spielt der Zwölftklässler in der 2. Bundesliga der Herren. "Ein riesiger Unterschied im Vergleich zu den Jugendmannschaften", betont er, "gerade was Erfahrung und Konstanz betrifft." Doch diese Spiele bringen ihn seinem Ziel näher. Für den Erfolg arbeitet er täglich, hat neben Schule und Volleyball kaum Freizeit. "Deshalb bin ich froh, wenn ich mal frei habe", betont er.

Dann kann er sich mit Freunden treffen, seine Eltern sehen und einfach nur Dinge machen, die sonst zu kurz kommen. Meistens in der Heimat. Wobei er ja auch hier Volleyball spielt. In der U20 des TV Bliesen. Und mit der will er sich an diesem Wochenende für die deutsche Meisterschaft qualifizieren. Bei einem echten Heimspiel.

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Auf einen BlickAls amtierender Saarlandmeister trifft der TV Bliesen bei den südwestdeutschen Meisterschaften der U20 am Sonntag in der Freisener Bruchwaldhalle in der Vorrunde (ab 11 Uhr) auf die TG Mainz-Gonsenheim und den TV Waldgirmes. In der anderen Gruppe kämpfen die DJK Saarbrücken-Rastpfuhl, der TSV Speyer und der TuS Kriftel um den Einzug ins Halbfinale (ab 14.30 Uhr), welches als Überkreuzvergleich gespielt wird. Die Finalteilnehmer qualifizieren sich für die deutschen Meisterschaften an Pfingsten in Paderborn. red