„Moraltechnisch war das geil“

Saarlouis · Die Saarlouis Royals zeigen gegen Marburg unterschiedliche Halbzeiten. Am Ende verlieren sie knapp.

 Den Basketballerinnen der Saarlouis Royals ist nach dem 74:78 im Bundesliga-Topspiel gegen Marburg die Enttäuschung anzusehen. Foto: Ruppenthal

Den Basketballerinnen der Saarlouis Royals ist nach dem 74:78 im Bundesliga-Topspiel gegen Marburg die Enttäuschung anzusehen. Foto: Ruppenthal

Foto: Ruppenthal

Die letzten zwei Minuten sind die längsten dieses Nachmittags. Kurz vor Schluss steht die Uhr in der Stadtgartenhalle mehrmals still. Doch das bringt keine Ruhe ins Topspiel der Damen-Basketball-Bundesliga zwischen den TV Saarlouis Royals und dem BC Marburg. Die meisten der 650 Zuschauer stehen, klatschen, feuern an. Und das bleibt auch so, als das Spiel vorbei ist. Denn die Royals verlieren zwar mit 74:78, doch diese Niederlage fühlt sich an wie ein Sieg.

Als Trainer Hermann Paar zur Kabine will, fängt ihn ein Fan ab, sagt: "Moraltechnisch war das geil." Ergebnistechnisch sieht das deshalb anders aus, weil die Partie überdeutlich in zwei Hälften zerfiel: Die erste Halbzeit verlor Saarlouis mit 30:48. Was wiederum heißt, dass die zweite Hälfte mit 44:30 an die Royals ging. Deshalb hat man am Ende auch den Eindruck, zwei verschiedene Spiele gesehen zu haben. Nach einem guten Beginn machte Saarlouis defensiv und im Abschluss zu viele Fehler, Marburg dagegen die Punkte, die man auf diesem Niveau machen muss. Mehr noch: Die US-Amerikanerin Katlyn Yohn verwandelte bis zur Pause vier von fünf Dreiern - eine Traumquote.

Wie aber kamen die Royals zurück? "Das ist eine mentale Sache, man muss es wollen", sagt Royals-Spielerin Jamailah Adams. Deshalb verdiente sich ihre Mannschaft auch ein "Extralob" ihres Trainers. Hermann Paar meint: "Es ist nicht so, dass wir in der ersten Halbzeit nicht gewollt hätten. Jeder wollte." Doch erst nach der Pause hätten seine Spielerinnen "wieder als Team gedacht". Nun rissen sich die Royals gegenseitig mit, holten beeindruckend auf. Schließlich gelang Angela Tisdale der Ausgleich, ein Mal (69:69), zwei Mal (74:74), jeweils mit Dreiern. "Eigentlich verliere ich lieber mit 20 Punkten Unterschied", kommentiert Adams den am Ende knapp verpassten Sieg. Doch mit Blick auf die Playoffs zählt der Eindruck mehr als das Ergebnis. Auch Adams sagt: "Wenn wir so wie in der zweiten Halbzeit spielen, sieht es gut aus."