Montag Mitgliederversammlung beim 1. FC Saarbrücken in der Congresshalle

Kostenpflichtiger Inhalt: 1. FC Saarbrücken : Zwei Herausforderer wollen in den FCS-Aufsichtsrat

Am Montagabend steigt in der Congresshalle die Mitgliederversammlung des 1. FC Saarbrücken. Klein und Hellenthal kandidieren. Ärger droht um Seiffert.

Mitgliederversammlungen des 1. FC Saarbrücken waren für Außenstehende oft von hohem Unterhaltungswert. Unvergessen, als 2015 ein Mitschnitt eines Gesprächs zwischen dem damaligen Vize-Präsidenten Sebastian Pini mit einem Fanvertreter auftauchte, der Pini den staatsanwaltschaftlichen Verdacht der Nötigung einbrachte. Oder die überraschende Abwahl des langjährigen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Reinhard Klimmt 2013.

2019 schien es ruhiger ablaufen zu können. Die Entscheidung, sich vom bei den Fans beliebten Trainer Dirk Lottner zu trennen, dürfte das ändern. „Die aktuelle sportliche Situation als Tabellenführer oder der Wechsel in der Trainerposition ist eine emotionale Momentaufnahme, die natürlich diskutiert werden wird“, sagt FCS-Präsident Hartmut Ostermann, „entscheidend ist aber, dass der langfristige Pfad weitergegangen wird und wir im Sommer endlich in der 3. Liga sind.“

Die Neuwahlen, die am kommenden Montag ab 19 Uhr in der Saarbrücker Congesshalle auf der Tagesordnung stehen, sollten weitestgehend ohne Streitereien ablaufen. „Wir arbeiten seit drei Jahren gut und vertrauensvoll zusammen“, sagt der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende Frank Hälsig, „darum werden auch alle Mitglieder des Gremiums sich erneut zur Wahl stellen.“ So treten Hälsigs Vertreter Meiko Palm (er hat seine Ankündigung einer Satzungsüberarbeitung wahrgemacht und wird die Versammlung über den aktuellen Stand informieren), die Ex-Profis Egon Schmitt, Wolfgang Seel und Eugen Hach sowie Aron Zimmer und der wegen der massiven Ausschreitungen bei dem von ihm organisierten Altherren-Fußballturnier in die öffentliche Kritik geratene Michael Haubrich wieder an.

Mit dem Versicherungs-Experten Joachim Klein und dem Zahnmediziner Günter Hellenthal gibt es diesmal nur zwei Herausforderer. „Es ist keine Kandidatur gegen irgendwen, es ist ein Angebot“, sagt der 53-jährige frühere Dreispringer Hellenthal, „ich habe gesehen, dass es beispielsweise in der sportmedizinischen Betreuung durchaus Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Durch Laufstil-Analyse und besseres Koordinationstraining könnten viele Verletzungen vermieden werden.“ Hellenthal sagt, er sei seitens des Vorstands und Präsidiums angesprochen worden, zu kandidieren: „Ich habe seit 1976 von Bundesliga bis Oberliga als Fan alles mitgemacht, jetzt will ich mich gerne einbringen.“

Das will auch Klein, der von 2014 bis 2016 schon einmal im Gremium war, dann aber die Stichwahl gegen Hach verlor. „Ich liebe den Sport, und ich sehne mich nach einem vollen Ludwigsparkstadion“, sagt der 52-Jährige, der auch im Aufsichtsrat der Saarland Hurricanes tätig ist, „ich kenne die Aufgabe. Ich weiß, wie wichtig es ist, in Ruhe zu arbeiten. Ich glaube, diese Qualität tut dem Verein gerade jetzt gut.“

Auch wenn die gute Arbeit der Jugendabteilung sich tabellarisch noch nicht bei jeder Mannschaft des neuen Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) ablesen lässt, steht die Wiederwahl von Jugendleiter Nico Weißmann nicht in Frage.

Ärger könnte es dagegen um die Personalie Christian Seiffert geben. Er wurde vom Präsidium in den Vorstand berufen, um sich um „infrastrukturelle Angelegenheiten“ zu kümmern. Teile der Fans kritisieren, dass er sich zu wenig um ihre Belange gekümmert, sich zum Beispiel nicht gegen Zäune und Drehkreuze im neuen Ludwigspark stark gemacht hat. „Christian Seiffert ist ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Stadionbau und verfügt über hervorragende Kontakte zu Entscheidern der 3. und 2. Liga. In den vergangenen drei Jahren war er das Bindeglied zwischen Stadt und FCS beim Thema Ludwigspark. Und von dieser Seite gab es nur Lob“, sagt Ostermann.

Der FCS-Boss ergänzt zur Stadionfrage: „Ich erkenne schon, dass die Stadt und die ausführenden Baufirmen auf der Zielgeraden sind. Der neue Oberbürgermeister Uwe Conradt hat die Sicherstellung der Spielbetriebsfähigkeit zur Chefsache erklärt. Das ist eine vertrauensbildende Maßnahme, die mich zuversichtlich macht, dass wir im Sommer die 3. Liga im Ludwigs­park erleben werden – natürlich mit dem FCS.“