| 20:31 Uhr

Leichtathletik
Moguenara kann endlich wieder lachen

Weitspringerin Sosthene Moguenara strahlt nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Hallen-WM in Birmingham übers ganze Gesicht.
Weitspringerin Sosthene Moguenara strahlt nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Hallen-WM in Birmingham übers ganze Gesicht. FOTO: dpa / Sven Hoppe
Birmingham. Die Weitspringerin trumpft bei der Hallen-WM auf und holt Bronze. Insgesamt gewinnen die Deutschen drei Medaillen in Birmingham.

Silber für Routinier David Storl, Bronze für Nachrückerin Sosthene Moguenara und Aufsteiger Mateusz Przybylko: Die deutschen Leichtathleten sammelten bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Birmingham Erfahrung und auch drei Medaillen. Vor der Freiluft-Saison mit dem Höhepunkt Heim-EM in Berlin muss den deutschen Athleten nicht bange sein.


Konkrete Rückschlüsse für die EM sind aber schwierig. „In Berlin haben wir ein anderes Teilnehmerfeld. Im europäischen Kontext sehen wir als DLV jetzt schon sehr, sehr gut aus“, sagte Idriss Gonschinska, Leitender Direktor Sport des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV). Viel wichtiger – und das auch schon mit Blick auf den Freiluft-Höhepunkt: „Viele unserer Leistungsträger sind wieder gesund.“

Allen voran David Storl. Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister war wieder bei einem Höhepunkt topfit (siehe Text unten). Oder Moguenara, die seit ihrem Rekordsprung 2016 in Weinheim auf 7,16 Meter und die Fußverletzung bei einem Werbedreh am Tag danach nicht mehr wirklich auf die Beine kam. Zum Jahreswechsel verließ sie die saarländische Startgemeinschaft LAZ Saar 05 und schloss sich wieder ihrem Heimatverein TV Wattenscheid an – und startet nun durch.

Dabei war die 28-Jährige zunächst eigentlich gar nicht nominiert für die WM gewesen. Doch sie gewann die Hallenserie „World Indoor Tour“ und durfte mit einer Wildcard des Weltverbands IAAF teilnehmen – es wurde schließlich Platz drei mit Saisonbestleistung von 6,85. Auch sie zeigte am Saisonhöhepunkt ihren besten Sprung. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) wurde mit 6,64 Metern zudem Fünfte. „Das ist ein unheimlich schönes Gefühl. Hundertprozentig kann ich das noch gar nicht realisieren. Das wird noch ein oder zwei Tage dauern. Ich bin einfach glücklich“, sagte Moguenara: „Das ist genau das, was ich mir so lange gewünscht habe.“

Edelmetall knapp verpassten zudem Mehrkämpfer Kai Kazmirek, Hürden-Europameisterin Cindy Roleder und Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. Kazmirek lieferte mit 6238 Punkten eine persönliche Bestleistung und den insgesamt drittbesten Siebenkampf eines Deutschen überhaupt ab. Nach der ersten Enttäuschung nahm er dennoch „Motivation“ für den Sommer mit. Rang fünf wurde es für Roleder. Der 28-Jährigen fehlten nach ihrer langen Verletzungspause drei Hundertstelsekunden zu Bronze. Holzdeppe kam im hochkarätig besetzten Wettbewerb mit 5,80 Meter ebenfalls auf Platz fünf.



Am Donnerstag hatte zum ersten Mal Hochspringer Przybylko auf dem Siegerpodest gestanden, 2,29 Meter reichten zu Bronze. Zuletzt hatte 1989 Dietmar Mögenburg eine deutsche Hochsprung-Medaille in diesem Wettbewerb gewonnen, in Zukunft will Przybylko den deutschen Freiluft-Rekord von Carlo Thränhardt (2,37) angreifen.

Ohne Medaillenchance waren Sprinterin Tatjana Pinto und Mittelstrecken-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen. Pinto, die vor zwei Wochen noch in 7,06 Sekunden die drittschnellste deutsche 60-Meter-Zeit gelaufen war, verpasste den Endlauf. Klosterhalfen kam in einem hochklassigen Finale über 3000 Meter als Siebte ins Ziel. Nichts wurde es auch bei Freiluft-Europameister Max Heß mit einer Medaille im Dreisprung. Er wurde Elfter.