Mitgliederversammlung des 1. FC Saarbrücken macht Ausgliederung zum Thema

Fußball : Die Ausgliederung wird zum Thema

Die Mitgliederversammlung des 1. FC Saarbrücken am 9. Dezember wirft ihre Schatten voraus.

Wird das Präsidium des 1. FC Saarbrücken künftig aus fünf statt wie bislang aus drei Personen bestehen? Das zumindest ist der Vorschlag des FCS-Aufsichtsratsmitglieds Aron Zimmer. „Wir müssen uns perspektivisch aufstellen für die 3., vielleicht sogar schon für die 2. Liga“, sagt Zimmer und erklärt: „Derzeit wird viel Arbeit auf Geschäftsführer David Fischer abgeladen. Mit einer Vergrößerung des Präsidiums könnten wir Themen wie Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit dort positionieren.“

Dem Präsidium gehören derzeit Unternehmer und Hauptsponsor Hartmut Ostermann als Präsident, Ex-Profi Dieter Ferner als vor allem für den sportlichen Bereich zuständiger Vize-Präsident sowie Steuerberater Dieter Weller als Schatzmeister an. „Der Vorschlag richtet sich nicht gegen die Verantwortlichen, sondern es geht mir darum, mit eher kleinen Veränderungen mehr bewirken zu können. Ich werde auch mit Hartmut Ostermann dazu das Gespräch suchen“, sagt Zimmer, der vor drei Jahren in den Aufsichtsrat gewählt worden war und unter anderem einen Anteil daran hat, dass Adidas den US-Anbieter Nike als Ausrüster abgelöst hat.

Bei der Mitgliederversammlung am 9. Dezember in der Saarbrücker Congresshalle wird der Antrag auf Vergrößerung des Präsidiums allerdings noch nicht behandelt. Zimmer sagt: „Am kommenden Montag endet die Frist für Anträge an die Versammlung. Bis dahin ist das noch nicht rechtssicher abgeklärt.“

In der „finalen rechtlichen Prüfung“, sind die Satzungänderungen, die der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Meiko Palm mit der von ihm ins Leben gerufenen „Satzungskommission“ erarbeitet hat. „Ein wichtiger Punkt ist der Paragraph 23, die Ausgliederung der Profi-Abteilung“, spricht Palm ein lange diskutiertes Thema an, „wir haben nun klar geregelt, dass die Mehrheit der Mitglieder einer solchen Maßnahme zustimmen muss.“ Auch Dinge wie die Bearbeitungsdauer von Mitgliedsanträgen oder das Bewerbungsprozedere für Positionen im Verein habe man neu geregelt. „In der Kommission waren Vertreter des Aufsichtsrats, des Präsidiums und der Fans aktiv“, so Palm weiter, „wir haben so lange diskutiert und gefeilt, bis jeder die Entscheidung mittragen konnte.“

Die Höhe der Hürde für eine Ausgliederung – also die notwendige Anzahl der Zustimmung – dürfte für Diskussionsstoff sorgen. Zu einer Satzungsänderung bedarf es bislang einer Dreiviertel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Der FCS hat nach Aussage von Geschäftsführer David Fischer rund 2900: „Wir verzeichnen in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum. Gerüchte, dass kurzfristig viele Leute in den Verein wollen, können wir nicht bestätigen.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Hälsig bestätigte, dass alle bisherigen Mitglieder des Gremiums für eine Wiederwahl bereitstehen. „Wir haben in den letzten drei Jahren sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet“, sagte der Professor der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), „gleiches gilt für die Arbeit mit dem Präsidium.“ Bewerbungen weiterer Kandidaten für den Aufsichtsrat können wie Anträge an die Versammlung noch bis Montag beim Ehrenrat oder der Geschäftsstelle eingereicht werden.

„Der FCS ist ein lebendiger Verein, und es ist doch gut, wenn viele konstruktive Ideen vorhanden sind“, sagt Präsident Ostermann, der an diesem Dienstag seinen 68. Geburtstag feierte, das Wort „Aufhören“ aber nicht im Vokabular hat: „Meine Arbeit mit und in diesem Verein ist noch nicht beendet. Ich möchte mit allen Mitstreitern weiter eine positive Zukunft gestalten.“ In welcher Funktion, sagt Ostermann allerdings nicht.

FCS-Spieler Fanol Perdedaj wurde für seine Rote Karte beim 4:3 beim Bahlinger SC am vergangenen Samstag, als er einem Gegenspieler an den Hals gefasst hatte, vom Regionalliga-Sportgericht für zwei Punktspiele gesperrt.

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