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Mit voller Kraft ins Finale

Mit voller Kraft ins Finale

Der Rekordmeister ist komplett, hat Timo Boll an Bord, auch den künftigen Saarbrücker Patrick Franziska. Doch der FCS will sich an diesem Sonntag im Finale um die deutsche Meisterschaften in Frankfurt keinesfalls verstecken.

Die Anspannung steigt, die Vorfreude auch. An diesem Sonntag ist es für die Tischtennisspieler des 1. FC Saarbrücken endlich soweit. Ab 13 Uhr geht es in der Frankfurter Fraport Arena gegen Borussia Düsseldorf mit Topspieler Timo Boll um den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte - und die Krönung einer bärenstarken Saison: Das Halbfinale im Pokal, das Viertelfinale in der Champions League und eben das Finale um die Meisterschaft stehen aktuell zu Buche. Doch die Mannschaft will mehr, sie will den Meister-Titel.

"Es ist nur ein Spiel, und es kann viel passieren. Wir müssen positiv denken und an unsere Chance glauben", gibt Bojan Tokic die Marschroute vor. Sein Kollege Adrien Mattenet, der sein letztes Spiel für den FCS bestreitet, pflichtet ihm bei: "Sie sind auf dem Papier besser. Aber wir sind gut vorbereitet, daher ist es ein 50:50-Spiel." Er selbst wolle das Spiel genießen und möchte den Fans zum Abschied ein Geschenk machen. "Es wäre schön, wenn ich mich mit dem Titel verabschieden könnte", sagt der Franzose.

Auf die Unterstützung der Fans können er und seine Kollegen sich auf jeden Fall verlassen. Drei Fanbusse und zahlreiche Privatautos machen sich am Sonntagmorgen auf den Weg in die Mainmetropole. Erwin Berg, der sportliche Leiter der Blau-Schwarzen, ist begeistert. "Das Interesse war sogar noch größer. So etwas hatte ich in den acht Jahren, die ich das hier jetzt mache, auch noch nie. Das macht mich richtig stolz", berichtet Berg, der dem Finale regelrecht entgegen fiebert: "Die Spannung steigt vor jedem Spiel, aber bei solchen Partien ist es noch mal extremer."

Die Düsseldorfer um Boll und Patrick Franziska, der in der kommenden Saison für den FCS auflaufen wird, scheinen übermächtig. Seit 2008 wurde immer die Borussia deutscher Meister - mit Ausnahme des Jahres 2013 (Werder Bremen ). Boll stapelt im Vorfeld dennoch tief: "Die Saarbrücker Mannschaft ist nicht zu unterschätzen und ich sehe uns nicht unbedingt in der Favoritenrolle im Finale."

Tatsächlich setzen die Saarländer mit ihrer Nummer eins, dem Portugiesen Tiago Apolonia, und Tokic zwei Olympia-Teilnehmer dagegen. Letzterer liefert auch gleich eine Rechnung, die zum Titel führen soll: "Wir sind jetzt alle bei 100 Prozent, am Sonntag müssen wir bei 120 sein", erklärt der Slowene, der sein insgesamt sechstes Finale bestreitet - sein zweites für die Blau-Schwarzen.

Er weiß, wie sich Finalniederlagen anfühlen- aber auch wie ein Finalsieg schmeckt. 2006 wurde er mit dem TTC Frickenhausen Meister und will das auch mit dem FCS schaffen. "Wir haben die vergangenen drei Wochen alles getan, damit wir gut vorbereitet sind. Jetzt freue ich mich auf das nächste große Spiel mit dem FCS", sagt Tokic. Zwar komme auch Nervosität dazu, aber die sei positiv. Wie die Entwicklung, die die Blau-Schwarzen in den vergangenen Jahren genommen haben. Selbst wenn es in diesem Jahr noch nicht mit dem Titel klappen sollte. Mit den Saarbrückern wird in Zukunft noch mehr zu rechnen sein - erst recht mit den deutschen Topspielern Franziska und Patrick Baum, der ebenfalls ab Sommer dazustößt. Daher wird die Vorfreude in den nächsten Jahren sicherlich irgendwann der Freude über einen gewonnenen Titel weichen - vielleicht auch schon an diesem Sonntag.

ttbl.de