Mit viel Mühe

Der erste Auftritt bei den WTA Finals hätte für Angelique Kerber auch anders ausgehen können. Gegen die Slowakin Dominika Cibulkova wurde die Nummer eins der Tennis-Damen über drei Sätze gefordert.

Angelique Kerber pustete erst einmal kräftig durch. Sichtlich erleichtert nahm die US-Open-Siegerin auf der Bank Platz, nachdem sie mit großem Kämpferherz die erste knifflige Aufgabe bei den WTA Finals gemeistert hatte. Eine hochklassige und umkämpfte Tennis-Partie gegen die Slowakin Dominika Cibulkova gewann Kerber mit 7:6 (7:5), 2:6 und 6:3. "Ich musste mein bestes Tennis spielen und bin glücklich, am Ende gewonnen zu haben", sagte sie.

Die erste deutsche Nummer eins seit Steffi Graf vor 19 Jahren holte mit viel Mühe und nach 2:17 Stunden Spielzeit den ersehnten Auftaktsieg. Damit schaffte die 28-Jährige auf ihrem angestrebten Weg zum dritten großen Titel in diesem Jahr den ersten kleinen Schritt. "Das war ein sehr enges und schweres Spiel", sagte Kerber. Vor allem im dritten Satz habe sie immer wieder versuchen müssen, positiv zu denken. "Da habe ich mich vor allem auf den Aufschlag konzentriert." Bundestrainerin Barbara Rittner gratulierte per Twitter : "Puh . . . starker Kampf von Angelique Kerber . Weiter geht's!"

Morgen trifft Kerber bei der mit sieben Millionen Dollar dotierten Veranstaltung auf die rumänische Weltranglisten-Vierte Simona Halep (13.30 Uhr/ARD). Um bei ihrer vierten Teilnahme am Saisonfinale erstmals ins Halbfinale einzuziehen, muss Kerber mindestens Gruppenzweite werden.

Die Weltranglisten-Achte Cibulkova verlangte der zweifachen Grand-Slam-Siegerin alles ab. Auch von einem 4:5- und 5:6-Rückstand im ersten, einem klar verlorenen zweiten und einem Break Rückstand im dritten Satz ließ sich Kerber aber nicht aufhalten.

Es ist das erste große Event , bei dem die 28-Jährige als Topgesetzte antritt, seitdem sie Mitte September Serena Williams als Nummer eins ablöste. "Ich versuche wirklich, auch alles zu genießen, aber natürlich ist die Situation ein bisschen neu für mich", sagte sie. Auch auf dem Platz muss sich die Silbermedaillengewinnerin von Rio de Janeiro erst an ihren neuen Status gewöhnen.

Gegen Cibulkova bestritt Kerber ihr 77. Tennis-Match in diesem Jahr - so viele Spiele hat keine andere absolviert. Dementsprechend sehnt sich die Norddeutsche nach Urlaub, auch wenn sie sich nach einer Woche Vorbereitung auf Singapur wieder "frischer" fühlte.

Wer gedacht hatte, der Wille von Cibulkova, die wie Kerber ihre beste Saison spielt, wäre nach dem ersten Satz gebrochen, sah sich getäuscht. Auch im entscheidenden dritten Satz lag Kerber zunächst hinten. Doch sie kämpfte sich wieder heran - und schaffte zum 4:2 den vorentscheidenden Spielgewinn.

Schon seit Ende August konnte sich Kerber darauf einstellen, in Singapur dabei zu sein, so früh wie nur die verletzte Serena Williams und ganz anders als Swetlana Kusnezowa. Die Russin qualifizierte sich erst am Samstag mit dem Finalsieg in Moskau, verdrängte Johanna Konta aus England und trifft heute auf die Polin Agnieszka Radwanska . Kerber hat vor ihrer nächsten Aufgabe im Turnier der acht besten Tennisspieler des Jahres einen Tag frei. In der ersten Partie des Turniers hatte sich die Rumänin Halep mit 6:2, 6:4 gegen Madison Keys behauptet.

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