SV Elversberg Mit Struktur zum maximalen Erfolg

Elversberg · Ex-Profi Michael Wiesinger will mit der SV Elversberg den Pokal holen und in die 3. Liga aufsteigen. Auf Emotionen setzt er nicht.

 Nach dem Titelgewinn in der Regionalliga Südwest genehmigte sich Michael Wiesinger, der Trainer der SV Elversberg, lediglich einen Schluck Bier, mehr nicht. Die drei Endspiele der Saison stehen nun bevor. Foto: Schlichter

Nach dem Titelgewinn in der Regionalliga Südwest genehmigte sich Michael Wiesinger, der Trainer der SV Elversberg, lediglich einen Schluck Bier, mehr nicht. Die drei Endspiele der Saison stehen nun bevor. Foto: Schlichter

Foto: Schlichter

Ruhig, gelassen und emotional maximal leicht angehaucht saß Michael Wiesinger am Dienstag auf der Tribüne im Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg und blickte auf den leeren Rasen. "Ich bin kein Trainer, der diese emotionalen Spielchen mitmacht und den Spielern um den Hals fällt oder komplett aus sich rausgeht. Ich bin durchstrukturiert. Wie ich außerhalb des Fußballgeschäfts ticke, weiß nur ein kleiner Kreis", sagt der 44-Jährige.

In dieser Saison hat Wiesinger mit der SVE seinen ersten Meistertitel als Trainer gewonnen. Danach wollte er keine Bierdusche, von den Spielern bekam er sie am Ende dennoch - ein wenig widerwillig. "Wir haben einfach noch drei brutal schwere Spiele vor der Brust. Die Meisterschaft war toll, und die haben wir uns auch verdient. Aber das Entscheidende kommt jetzt ", sagt Wiesinger.

Spiel Nummer eins ist das Endspiel des Saarlandpokals an diesem Donnerstag um 17 Uhr in Homburg gegen den 1. FC Saarbrücken. Spiel Nummer zwei ist das Relegations-Hinspiel am Sonntag um 14 Uhr bei der Spvgg Unterhaching, Spiel Nummer drei das Rückspiel gegen Unterhaching am 31. Mai um 20.30 Uhr an der Kaiserlinde. "Ich sehe die drei Spiele als Gesamtpaket. Wir haben uns gezielt auf diese Situation vorbereitet. Trotzdem ist klar, dass die Relegation für uns alles bedeutet", sagt Wiesinger.

Im Pokalfinale wird der Cheftrainer Spieler einsetzen, die in der gesamten Runde nicht so zum Zug gekommen sind, aber wie er sagt, immer den Laden angeschoben haben. "Oliver Hinkelmann etwa wird von Beginn an spielen. Ich habe in jeden meiner Spieler großes Vertrauen. Wir werden in allen drei Spielen eine sehr starke Mannschaft aufbieten, auch wenn alle drei Aufstellungen unterschiedlich sein können."

Wiesinger hat den 1. FC Nürnberg in der Bundesliga trainiert und den FC Ingolstadt in der 2. Bundesliga und in der 3. Liga. Den Schritt in die Regionalliga hatte er bewusst gewählt. "Ich wusste, was Elversberg vorhat, und kannte die Arbeit und Möglichkeiten. Es war und ist eine hochinteressante Herausforderung", sagt der in Burghausen geborene Fußballlehrer. Einen Druck, als Trainer in den "richtigen" Profifußball zurückzufinden, verspürt er nicht. "Wir haben es mit der SVE zwei Mal in die Relegation geschafft, sind einmal Meister geworden und stehen am Donnerstag zum zweiten Mal im Pokalfinale. Leute, die sich im Fußball auskennen, wissen, wie schwierig das ist - und die wissen auch, welch harte Mühle die Relegation ist", sagt Wiesinger.

In puncto Regeneration hat sich der Trainer Rat vom SVE-Ärztestab geholt und auch von Tim Meyer, dem Arzt der Nationalmannschaft. "Jeder sagte, ich solle auf mein Bauchgefühl hören, und da haben sie am Ende auch wohl Recht. Bis auf Matthias Cuntz (Hüftverletzung, Anm. der Redaktion) sind alle Spieler fit und einsatzbereit. Alles, was in den nächsten Tagen passiert, liegt an mir. Dafür bin ich auch verantwortlich und muss letzten Endes auch meinen Kopf hinhalten. Aber wir haben alles akribisch durchgeplant und alle Spieler auf ihre Aufgaben vorbereitet. Das wird schon schief gehen", sagt Wiesinger.

Wenn am Ende wirklich alles geschafft ist - gäbe es dann einen Wiesinger, der aus sich rausgeht und auf dem Zaun bei den Fans die "Humba" anstimmt? "Vielleicht setze ich mich dann in mein Auto und fahre gemütlich essen. Ich weiß es nicht, und soweit sind wir ja auch noch nicht", sagt er.

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