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Mit saarländischer Hilfe an die Spitze

Mit saarländischer Hilfe an die Spitze

Sein Talent stellte Dimitrij Ovtcharov früh unter Beweis. Auch dank eines saarländischen Förderers hat er es im Tischtennis weit gebracht. Am Wochenende kämpft er beim World Cup um eine gute Platzierung.

19 Jahre ist es her, da hatte ein talentierter neunjähriger Tischtennis-Spieler eine Idee. Wie seine Vorbilder Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson wollte er unbedingt von Ausrüster Donic aus Völklingen unterstützt werden. So ging der kleine Dimitrij Ovtcharov in seiner Heimat Hameln zum Tischtennisladen seines Vertrauens und fragte den Besitzer, ob er denn da was machen könnte. "Ich hatte gerade die inoffizielle deutsche Meisterschaft der Unter-Zehnjährigen gewonnen. Der Besitzer rief dann dort an und es hat funktioniert", erzählt die deutsche Nummer eins heute.

Aus diesem Anruf entwickelte sich eine einzigartige Partnerschaft. "Zu Frank Schreiner (Geschäftsführer, Anmerkung der Red.) habe ich kein geschäftliches, sondern ein freundschaftliches Verhältnis. Die Firma hat mich empfangen wie eine Familie, und ich hatte vom ersten Tag an die volle Unterstützung", schwärmt der 28-Jährige, der einen Vertrag auf Lebenszeit unterschrieben hat. Wegen dieser engen Bindung hat er auch ein ganz besonderes Verhältnis zum Saarland. "Ich bin oft hier, und mir gefällt es hier richtig gut", erklärt der Europameister, der jedes Jahr am saarländischenTischtennis-Masters teilnimmt.

Seit Freitag ist er wieder im Saarland - allerdings aus einem ganz besonderen Grund. Zum ersten Mal findet der World Cup, das drittwichtigste Turnier nach Olympia und Weltmeisterschaft, in Saarbrücken statt. In der Saarlandhalle geht es ab diesem Samstag zur Sache (siehe Auf einen Blick). Für Ovtcharov ein glücklicher Zufall. "Es ist etwas ganz Besonderes, wenn das Turnier in Deutschland stattfindet. Dass es jetzt sogar in Saarbrücken stattfindet, ist doppelt besonders. Das ist wie ein Heimspiel für mich", sagt der Weltranglisten-Sechste, der in Düsseldorf lebt und trainiert, aber für Fakel Orenburg aus Russland spielt.

Nach zwei dritten Plätzen bei den World Cups 2013 (Verviers/Belgien) und 2015 (Halmstad/Schweden) will er auch in diesem Jahr aufs Podest. Allerdings geht er das Ganze etwas lockerer an als die vergangenen Jahre - und das hat einen erfreulichen Grund. Vor ein paar Wochen brachte seine Frau Jenny Töchterchen Emma zur Welt. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das ändert vom einen auf den anderen Tag alles, aber alles zum Positiven. Das zeigt mir, dass es im Leben nicht nur um den Sport geht. Meine Familie gibt mir unglaublich viel Kraft", sagt der Rechtshänder und ergänzt: "Es fiel mir schwer die beiden in Düsseldorf zu lassen - und das Heimweh ist jetzt natürlich noch größer. Doch in Zukunft hoffe ich, dass wir als Familie zu den Turnieren und Spielen reisen können."

Ob er mit dem persönlichen Rückenwind in Saarbrücken vielleicht sogar die beiden Chinesen Fan Zhendong und Xu Xin in Bedrängnis bringen kann, bleibt abzuwarten. Er sagt: "Es ist nicht unmöglich sie zu schlagen, aber sie sind die klaren Favoriten. Außerdem habe ich jetzt fünf Wochen kein Turnier bestritten." Egal wie weit er kommt, auf die Atmosphäre und das Publikum freut er sich. "Ich denke, das Turnier wird top organisiert sein und es werden viele Zuschauer kommen. Natürlich hoffe ich, dass mich einige anfeuern. Die anderen Spieler freuen sich aber auch riesig auf das Turnier und die Atmosphäre", erklärt Ovtcharov.

Der Anruf vor 19 Jahren hat sich auf jeden Fall für beide Seiten gelohnt. Dank der saarländischen Unterstützung konnte Ovtcharov auch in diesem Jahr überzeugen. Bei den Olympischen Spielen Rio holte er mit der Mannschaft Bronze - nach Bronze im Einzel und im Team 2012 in London seine dritte Medaille. Dabei fing doch alles so klein an - als neunjähriger Nachwuchssportler in einem Sportgeschäft in Hameln.

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Auf einen Blick Der World Cup in der Saarlandhalle beginnt an diesem Samstag um 12 Uhr mit den Vorrundenspielen. Die vier Dreiergruppen werden zuvor ausgelost. Die beiden Erstplatzierten kommen weiter und treffen im Achtelfinale am Sonntag ab 12 Uhr auf die acht gesetzten Spieler und Turnierfavoriten, unter ihnen die Chinesen Fan Zhendong und Xu Xin. Auch die Viertelfinals stehen am Sonntag auf dem Programm (ab 17 Uhr). Am Montag werden Halbfinals (ab 11 Uhr), Spiel um Platz drei (14.30 Uhr) und Finale (15.15 Uhr) ausgetragen. Der Sieger erhält ein Preisgeld von 45 000 US-Dollar. Eurosport 2 übertragt am Sonntag von 18.15 bis 20 Uhr und am Montag von 14.15 bis 16.15 Uhr aus der Saarlandhalle. red