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"Mit Poldi zu spielen, war geil"

"Mit Poldi zu spielen, war geil"

Elversberg. Aus dem Leben im 2500 Einwohner großen Dorf Auersmacher an der Oberen Saar wurde ein Leben in der Großstadt Köln. Aus Oberligafußball mit drei Einheiten pro Woche wurden Profibedingungen mit bis zu zehn Einheiten pro Woche. Im Sommer 2010 zog Jonas Hector von Auersmacher aus in die große weite Fußball-Welt. Vom Oberligisten SV Auersmacher wechselte Hector zum 1

Elversberg. Aus dem Leben im 2500 Einwohner großen Dorf Auersmacher an der Oberen Saar wurde ein Leben in der Großstadt Köln. Aus Oberligafußball mit drei Einheiten pro Woche wurden Profibedingungen mit bis zu zehn Einheiten pro Woche. Im Sommer 2010 zog Jonas Hector von Auersmacher aus in die große weite Fußball-Welt. Vom Oberligisten SV Auersmacher wechselte Hector zum 1. FC Köln II, wo der damalige U23-Trainer Frank Schaefer (heute Trainer der Profis) von Beginn an auf den 20-Jährigen setzte. Nach Kurzeinsätzen in der Regionalliga folgte am vierten Spieltag der erste Auftritt von Beginn an. Doch Hector spürte den Unterschied zur Oberliga Südwest deutlich. "Das war alles ziemlich extrem. Mein Körper hat lange gebraucht, bis er sich an das Pensum gewöhnt hatte", sagt Hector der mittlerweile sechs Kilogramm zugelegt hat und alle körperlichen Defizite ausglichen hat.Für den Auersmacher Bub gab es gleich zu Beginn eine Begegnung der besonderen Art in Köln. Vier Wochen nach der WM in Südafrika nahm Lukas Podolski wieder das Training auf und kickte in einem Testspiel mit der U23. Hector war auch dabei und bereitete Poldi zwei Tore vor. "Mit Poldi zu spielen, war schon geil. Kurz zuvor haben wir Podolski bei den WM-Spielen im Auersmacher Jugendclub noch zugejubelt, und dann stehst du plötzlich neben ihm auf dem Platz", erzählt Hector.

Mittlerweile zählt der 20-jährige Linksfuß zum Stamm der U23. Nach der Winterpause hat Hector jedes Spiel von Anfang bis Ende gespielt, drei Tore erzielt und zwei vorbereitet. "Es läuft besser. Ich komme mit dem Tempo zurecht und kann Akzente setzen", sagt Hector, der zwar gerne mal bei den Profis auf der Bank sitzen möchte, aber zunächst andere Ziele hat. "Ich muss meine Leistungen zuerst einmal über einen längeren Zeitraum bestätigen. In der nächsten Saison bin ich schon einer der älteren und werde versuchen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Alles andere wird von alleine kommen, wenn die Leistung stimmt", blickt der 20-Jährige voraus.

Das sieht auch Frank Schaefer so: "Jonas hat unsere Erwartungen bislang absolut erfüllt. Er hat sich zum Stammspieler entwickelt, und wenn er seine Leistungen weiter so bringt, sehe ich eine echte Perspektive für ihn, auch mal bei den Profis anzuklopfen."

Kurzfristig gilt es für das Auersmacher Talent aber, heute um 19 Uhr mit der U23 des 1. FC Köln bei der SV Elversberg zu bestehen. "Es ist ein riesiger Unterschied, ob du gegen eine U23 spielst oder gegen eine gestandene erste Mannschaft wie Elversberg. Die sind körperlich noch robuster und abgezockter. Trotzdem wollen wir das Spiel gewinnen", sagt Hector.

Gewinnen möchte aber auch die SVE, die nach dem 2:4 im Saarlandpokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Saarbrücken gegen Köln II wieder Selbstvertrauen tanken möchte. SVE-Trainer Günter Erhardt werden die Langzeitverletzen Thorsten Reiß (Adduktorenverletzung), Nicolas Fernandes (Bandscheibenvorfall), Rene Schwall (Schulterverletzung) und Thiemo Höhn (Muskelverletzung) fehlen. Zudem ist der Einsatz von Andreas Backmann gefährdet (Fußprellung) und auch Matthias Kühne fällt aus (Nasenbeinbruch).