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Fußball-Regionalliga Südwest: Mit Lockerheit und Spaß am Fußball

Fußball-Regionalliga Südwest : Mit Lockerheit und Spaß am Fußball

Trainer Karsten Neitzel hat beim Fußball-Regionalligisten SV Elversberg nach dem verpassten Aufstieg den Stimmungsumschwung hinbekommen. Beim Auftakt an diesem Samstag geht es gegen Aufsteiger Stadtallendorf.

Der Meister kann es kaum noch erwarten. An diesem Samstag startet die SV Elversberg in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Südwest. Um 14 Uhr ist Aufsteiger Eintracht Stadtallendorf an der Kaiserlinde zu Gast. Nach dem verpassten Aufstieg in die 3. Liga in der Vorsaison hat die SVE den halben Kader und zudem mit Cheftrainer Karsten Neitzel und Co-Trainer Bernd Heemsoth auch die sportlich Verantwortlichen ausgetauscht. Bei Neitzel kribbelt es vor seinem Pflichtspiel-Debüt schon die ganze Woche. „Wenn ich nachts wach werde, sind direkt die Gedanken an das erste Spiel da und welche Spieler ich in den Kader hole und welche nicht“, sagt der 49-Jährige.

21 Feldspieler und zwei Torhüter waren am Freitag im Abschlusstraining. Fünf Spieler müssen am Samstag definitiv auf die Tribüne. Wegen der U23-Regelung (mindestens vier von 18 Spieler auf dem Spielbericht müssen unter 23 sein) wird es auch gestandene Spieler treffen. „Ich finde diese U23-Regelung noch seltsamer als den Relegationsmodus. Für mich wird entscheidend sein, wie die Spieler funktionieren, die nicht im Kader sind“, sagt Neitzel.

Mit Sicherheit im Kader und wohl auch in der Startelf wird Leandro Grech stehen. Der 36-Jährige wurde in dieser Woche von der Mannschaft zum neuen Kapitän gewählt. Stellvertreter ist Jan Washausen. Als die SVE vor gut sechs Wochen in die Vorbereitung startete, drehte Grech noch seine Runden im Deutsch-Französischen Garten, um sich fit zu halten, da sein Vertrag ausgelaufen war. Grech hatte sich bereits von seinen Mannschaftskameraden schon verabschiedet – jetzt ist er Kapitän. „Ich wusste, dass so etwas passieren kann. Also habe ich die Vorbereitung für mich selber gestartet. Im Fußball geht alles ganz schnell“, sagt der Argentinier, den Neitzel unbedingt haben wollte.

In den vergangenen beiden Jahren war Thomas Birk der Kapitän der SVE. „Alles gut! Leo ist genau der richtige Mann dafür, und ich kann mich endlich wieder nur auf mein Spiel konzentrieren. Das war in den beiden vergangenen Jahren eher schwierig“, sagt Birk. Schwierig war in den beiden vergangenen Saisons auch das SVE-Spiel in der Offensive, in dem die Spieler aufgrund einer oft extremen Defensivtaktik sprichwörtlich Fußfesseln angelegt bekamen. Unter Neitzel gibt es im Spiel nach vorne alle Freiheiten. „In der Vorbereitung hat es Spaß gemacht, aus der Abwehr den Jungs vorne zuzugucken. Letzte Saison waren wir vorne leicht auszurechnen“, sagt Neu-Kapitän Grech.

Während in der Abwehr bis auf Torhüter Frank Lehmann mit Lukas Kohler, Kevin Maek, Grech und Birk wohl alles beim Alten bleibt (Vorsaison beste Regionalliga-Abwehr in Deutschland), ist im Spiel nach vorne vieles neu. Milad Salem oder Benno Mohr bringen über die linke Offensivseite kreativen Schwung ins Spiel. Im Zentrum wird Gaetan Krebs die Fäden ziehen, und vorne scheint die SVE mit Stürmer Kevin Koffi einen richtigen Glücksgriff gelandet zu haben. Die rechte Offensivseite gehört vermutlich Florian Bichler, der nach Meinung seiner Teamkollegen einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.

Dass Aufsteiger Stadtallendorf am Samstag defensiv spielen wird, dürfte kein Geheimnis sein. Wie sich die neue SVE-Offensive mit allen Freiheiten dagegen anstellt, ist die spannende Frage des Spiels. Schließlich geht es auch darum, Selbstvertrauen zu sammeln für die beiden folgenden Topspiele gegen den 1. FC Saarbrücken und Waldhof Mannheim. Das SVE-Fazit nach der Vorbereitung, mit kaum nennenswerten Verletzungen, fällt positiv aus. Auch Aleksandar Stevanovic ist nach einer zweiwöchigen Trainingspause (Sprunggelenk) wieder ins Training eingestiegen und wird im Kader stehen. „Aleksandar bringt enorme Qualität mit. Wenn er fit ist, ist er immer ein Thema“, sagt Trainer Neitzel, der in sechs Wochen bei der SVE bereits eine neue Mentalität entfacht hat. Lockerheit und Spaß am Fußball sind zurückgekehrt.