Mit Leidenschaft und Mut

Mit Leidenschaft und Mut

Hamburg. Ausgeruht, lächelnd und überpünktlich erschien Rafael van der Vaart am Donnerstag zum Nachmittagstraining des Hamburger SV. In aller Ruhe erfüllte er die Wünsche der Autogrammjäger am Volkspark

Hamburg. Ausgeruht, lächelnd und überpünktlich erschien Rafael van der Vaart am Donnerstag zum Nachmittagstraining des Hamburger SV. In aller Ruhe erfüllte er die Wünsche der Autogrammjäger am Volkspark. Er wäre gern beim 1:1 im Prestige-Duell gegen Italien dabei gewesen, aber Hollands Nationaltrainer Louis van Gaal hatte eine junge Truppe aufgeboten und auf den 29 Jahre alten Mittelfeldspieler verzichtet. "Rafa wird spritziger, das sehe ich im Training", lobte HSV-Trainer Thorsten Fink, der nicht unglücklich über die Nichtberücksichtigung seines zuletzt angeschlagenen Stars war. "Für uns ist es besser, wenn er hier trainieren kann. Das letzte Mal ist er von der Nationalmannschaft verletzt zurückgekehrt", ergänzte Fink, für den der Niederländer der "ausschlaggebende Spieler" in seinem Team ist. Unterdessen hatte van der Vaart auch eingeräumt, dass die spektakuläre Trennung von Ehefrau Sylvie Einfluss auf seine derzeit eher mittelmäßigen sportlichen Leistungen hat. "Natürlich spielt auch der Kopf eine Rolle. Es ist zuletzt viel bei mir passiert. Jeder, der so etwas erlebt hat, weiß, dass man den Kopf nicht komplett ausschalten kann. Das gilt auch für mich", sagte er.

Nach dem 3:2-Hinrundensieg gegen Borussia Dortmund fordert sein Trainer Fink für die Auswärtspartie am Samstag (15.30 Uhr) erneut ein, was er gegen Frankfurt vermisst hat. "Es wird Zeit, dass ich mal wieder ein richtig gutes Spiel meiner Mannschaft sehe", meinte Fink, der von Beginn an "Leidenschaft, Mut und Freude" sehen will. Der gebürtige Westfale wird seine Mannschaft noch einmal ins Gebet nehmen. Weil er wegen der Reisen zu den Nationalteams in der Woche nur neun Profis im Training hatte, will er kurz vor der Begegnung beim Meister das Thema Schlafmützigkeit in den ersten 45 Minuten ansprechen. Besonders gefallen hat Fink der Auftritt von Torhüter René Adler im deutsche Nationalteam beim 2:1-Testspielsieg in Frankreich. Er baut auf Führungsspieler wie Adler und van der Vaart, fordert aber auch von den anderen mehr Konstanz.

Unterdessen hat die bundesweite Grippewelle den Tabellenzweiten aus Dortmund erfasst. Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz fallen aus, der Einsatz von Marco Reus und Mario Götze ist in Gefahr. Das gibt Trainer Jürgen Klopp trotz des guten Rückrundenstarts zu denken. Dabei würde er sich gerne für das 2:3 im Hinspiel revanchieren, mit dem der HSV die BVB-Serie von zuvor 31 Spielen ohne Niederlage beendete. sid/dpa