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Mit italienischen Mitteln ins Finale

Mit italienischen Mitteln ins Finale

Helsingborg. Catenaccio statt Hurra-Fußball: Die deutschen Fußball-Junioren wollen den Nachwuchs des Weltmeisters mit "italienischen Mitteln" schlagen. Im Halbfinale gegen den Rekord-Titelträger aus Italien heute in Helsingborg (20.45 Uhr, ZDF) soll die Abwehr als Prunkstück der deutschen U21 den ersten Einzug in ein Europameisterschafts-Endspiel seit 1982 garantieren

Helsingborg. Catenaccio statt Hurra-Fußball: Die deutschen Fußball-Junioren wollen den Nachwuchs des Weltmeisters mit "italienischen Mitteln" schlagen. Im Halbfinale gegen den Rekord-Titelträger aus Italien heute in Helsingborg (20.45 Uhr, ZDF) soll die Abwehr als Prunkstück der deutschen U21 den ersten Einzug in ein Europameisterschafts-Endspiel seit 1982 garantieren. "Natürlich haben sie keine schlechten Stürmer, die sind sehr quirlig", sagt Mittelfeldspieler Gonzalo Castro: "Aber wenn wir kompakt hinten stehen, wird es schwer für sie."

Im Turnierverlauf hat Deutschland den besseren Abwehrriegel aufgeboten als die Catenaccio-Erfinder. Allerdings ist heute der Einsatz von Kapitän Sami Khedira, der am Mittwoch eine Trainingspause wegen eines Blutergusses im Knie einlegen musste, noch nicht gesichert. Dafür kann Linksverteidiger Sebastian Boenisch nach einer Knöchelverletzung wieder mitwirken.

Die deutsche Mannschaft hat mit ihrem sicheren Torhüter Manuel Neuer erst ein Gegentor - beim 1:1 gegen England - hinnehmen müssen und stellt damit die beste Abwehr der Halbfinalisten. "Wir müssen noch kompakter stehen, aber insgesamt ist unsere Defensive ganz solide", sagte Abwehrchef Benedikt Höwedes. Der Schalker war einer von sieben Profis, die beim 1:0 im Testspiel gegen die Italiener vor sieben Monaten in Osnabrück dabei waren. "Sie haben gefährliche Stürmer, die habe ich noch gut in Erinnerung", warnte Höwedes. Treffsicherster Angreifer der Italiener ist Robert Acquafresca mit drei Toren. Vor allem der zuletzt gesperrte, gegen Deutschland aber wieder einsatzbereite Mario Balotelli von Inter Mailand sei ein ungemein schneller Angreifer, berichtete Höwedes, der mit Jerome Boateng eine bärenstarke Innenverteidigung bildet. Im System von Trainer Horst Hrubesch mit zwei defensiven Mittelfeldakteuren vor der Abwehr und zwei Außenverteidigern, die in erster Linie nach hinten absichern und seltener den Weg nach vorn suchen, wird auch für die Angreifer der "Squadra Azzurra" wenig Platz bleiben.

Hrubesch ist auf den fünfmaligen Europameister prima vorbereitet. Beim Testspiel-Sieg im November saß er erstmals hauptverantwortlich auf der Trainerbank. Entscheidend ankommen wird es auf die Form der beiden "Mittelfeld-Stürmer" Mesut Özil und Ashkan Dejagah. Der Wolfsburger Dejagah ist zuversichtlich: "Wir wissen, dass wir die Tore erzielen können, das haben wir in der Bundesliga bewiesen." dpa