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Formel 1
Mit Hockenheim, aber nicht mehr „oben ohne“

Melbourne. Die Formel 1 startet an diesem Wochenende in Australien in die neue Saison. Die Titelfavoriten sind altbekannt, ein Rückkehrer sorgt für Aufsehen.

An diesem Wochenende startet die Formel 1 in die neue Saison. Am Sonntag geht es ab 7.10 Uhr in Melbourne erstmals wieder um WM-Punkte. Die SZ beantwortet vor dem Auftakt in Australien die wichtigsten Fragen.


Wie ist der Terminkalender im Jahr 2018 gestaltet?

Es geht einmal um die Welt – und nach einem Jahr Abstinenz auch wieder nach Deutschland. 21 Rennen umfasst der Kalender in dieser Saison, so viele wie bislang nur 2016. Der Hockenheimring ist zurück (22. Juli), allerdings läuft der Vertrag aus. Die Zukunft ist offen. Frankreich kehrt nach zehn Jahren zurück, Schauplatz ist erstmals seit 1990 wieder der Circuit Paul Ricard in Le Castellet. Nicht mehr dabei nach 19 Jahren ist Malaysia. Ansonsten bietet der Kalender sowohl die bekannten Exoten wie Shanghai, Sotschi oder Baku als auch die Traditionskurse von Monaco, Silverstone, Spa und Monza.



Was ist neu?

Die Formel 1 fährt in ihrer 69. Saison nicht mehr „oben ohne“. Der Cockpitschutz „Halo“ soll die Sicherheit der Fahrer erhöhen. Kaum jemand findet die im Blickfeld der Fahrer zusammenlaufenden Titanstreben schön, doch gegen das Plus an Sicherheit gibt es kaum Argumente. Neu ist auch, dass die Formel 1 vom gewohnten Zeitplan abweicht. Trainings und Qualifyings finden in der Regel eine Stunde später als gewohnt statt. Rennen beginnen nicht mehr zur vollen Stunde, sondern um zehn nach. Ein weiterer Beschluss ist die Abschaffung der Grid Girls in der Startaufstellung.

Wer ist neu?

Der 20-jährige Monegasse Charles Leclerc ersetzt bei Sauber den Worndorfer Pascal Wehrlein, der nach zwei Jahren in der Formel 1 kein Stammcockpit mehr erhalten hat. Damit sind erstmals seit 1996 nur noch zwei deutsche Fahrer dabei, der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel (Ferrari) und Nico Hülkenberg (Renault). Bei Williams tritt der Russe Sergej Sirotkin (22) die Nachfolge des zurückgetretenen Altstars Felipe Massa (Brasilien) an. Der Star bei Williams ist aber der Ersatzfahrer: Rund sieben Jahre nach seinem folgenschweren Rallye-Unfall, infolge dessen sein rechter Arm beeinträchtigt ist, kehrt der Pole Robert Kubica (33) zumindest im zweiten Glied zurück in die Königsklasse.

Wer wird gewinnen?

Mercedes ist nach vier Fahrer- und Konstrukteurs-Titeln in Folge die logische Referenz. Der Silberpfeil zeigte bei den Testfahrten keine Schwäche. Nach den Eindrücken der Tests ist Ferrari mit Vettel ebenfalls standfest, aber nicht ganz so schnell wie Mercedes. Vettel und Hamilton wollen 2018 jeweils ihren fünften WM-Titel gewinnen und mit dem legendären Juan Manuel Fangio gleichziehen. Ungefähr auf einem Level mit Ferrari scheint Red Bull zu sein. Max Verstappen (20) peilt seinen ersten WM-Titel an.

Auf wen sollte man noch achten?

McLaren um Ex-Weltmeister Fernando Alonso präsentierte sich nach der Trennung von Honda mit dem neuen Motorpartner Renault schneller als zuletzt, allerdings weiterhin anfällig. Zugelegt hat das Renault-Werksteam mit Hülkenberg. Der Emmericher will im achten Jahr als Stammpilot endlich seinen ersten Podestplatz erreichen. Das scheint 2018 im Bereich des Möglichen zu liegen.

Wer überträgt live?

Im deutschen Fernsehen nur noch RTL, der Pay-TV-Sender Sky ist nach fast 22 Jahren raus. Dazu kommt das Angebot von F1 TV, dem frisch aus der Taufe gehobenen Live-Streaming-Dienst der Formel 1. F1 TV kostet rund 80 Euro pro Jahr und greift auf den RTL-Livekommentar zurück. Der Kanal bietet aber zahlreiche Optionen bei der Kameraauswahl sowie den Zugriff auf mehrere Live-Daten.