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Mit halbem Heimvorteil zum ersehnten Erfolg

Mit halbem Heimvorteil zum ersehnten Erfolg

Erfurt. Simone Hauswald wird die einzige Biathletin sein, die bei den Weltmeisterschaften im Februar 2009 im südkoreanischen Pyeongchang Heimvorteil hat. "Ich habe sogar einen kleinen Fanclub dort", berichtet die Skijägerin von der Schwäbischen Alb. Mit vollem Namen heißt die Gosheimerin mit deutschem Vater und koreanischer Mutter Simone Hye-Soon Hauswald

Erfurt. Simone Hauswald wird die einzige Biathletin sein, die bei den Weltmeisterschaften im Februar 2009 im südkoreanischen Pyeongchang Heimvorteil hat. "Ich habe sogar einen kleinen Fanclub dort", berichtet die Skijägerin von der Schwäbischen Alb. Mit vollem Namen heißt die Gosheimerin mit deutschem Vater und koreanischer Mutter Simone Hye-Soon Hauswald. Wobei Hye-Soon so viel heißt wie "der Herr erhöht". Offensichtlich hat er den nie nachlassenden Ehrgeiz der gebürtigen Simone Denkinger wirklich erhöht. Am vergangenen Freitag gelang ihr im neunten Jahr als Weltcup-Starterin endlich der erste Sieg. Das WM-Ticket ist sicher - und nun versteigert sie sogar eine Werbefläche auf ihrem Gewehr, um von dem Erlös einen Teil an die Diakonische Jugendhilfe Tuttlingen zu geben. Für die WM in Südkorea hat sich die "ewige Vierte", die bereits elf Mal nach Weltcup-Rennen mit einem Platz neben dem Podium vorlieb nehmen musste, viel vorgenommen. "Nachdem ich bei der Heim-Weltmeisterschaft 2004 in Oberhof zwar zur Bronze-Staffel gehörte, aber als Vierte beim Massenstart eine Einzel-Medaille knapp verfehlt habe, möchte ich die bei der halben Heim-WM endlich gewinnen", sagt die 29-Jährige. Dieser Winter soll für die im bayerischen Bischofswiesen stationierte Bundeswehr-Sportsoldatin das Sprungbrett zu den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver werden: "In Kanada will ich nicht nur dabei sein, ich will auch teilnehmen." 2006 gehörte die zweimalige WM-Dritte mit deutschen Staffeln zum Olympia-Aufgebot. Bei den Spielen in Turin war sie jedoch nur Ersatzfrau. "Das war eine harte Zeit für mich. Einmal die Erfahrung reicht", erklärt Hauswald. Auch in diesem Jahr lief nach der Hochzeit im April nicht alles glatt. Bei den deutschen Meisterschaften gewann sie zwar drei der vier Einzeltitel. Doch dann zwang eine schmerzhafte Achillessehnenreizung Hauswald zur vorzeitigen Abreise aus dem Trainingslager im finnischen Muonio und zum Startverzicht beim Saison-Auftakt in Östersund. Sie kam auch mit blauen Flecken nach Hause. Auf dem Weg vom Training ins Quartier rutschte sie aus und fiel auf das Gewehr - dabei brach der Schaft, der inzwischen wieder geleimt ist. "Vielleicht hat der Körper die Ruhepause gebraucht", spekuliert Hauswald. Doch auch von diesem Rückschlag ließ sie sich nicht aus der Bahn werfen. "Ich wusste ja, wie gut ich trainiert hatte. Die Ergebnisse bei der DM gaben Selbstvertrauen", meint sie.Zusätzliche Motivation schöpft sie aus der Tatsache, dass ihr Mann Steffen sie beim Training im November betreute und sie so viel Zeit mit ihm verbringen konnte. "Unser tägliches Leben ist noch schöner geworden als in den zehn Jahren, die wir vor der Hochzeit zusammen waren", schwärmt sie. Die kirchliche Trauung soll 2009 folgen. dpa