"Mit dieser Leistung können wir uns nur entschuldigen"

St. Ingbert. "Was ich gerade denke, möchte ich jetzt eigentlich lieber nicht sagen." SGH-Trainer Christian Schöller war die Enttäuschung über die Leistung seiner Oberliga-Handballer anzumerken. "Wenn ich mir ein Kellerduell anschaue, muss ich als Außenstehender sehen können, dass beide Mannschaften den Willen zeigen, zu gewinnen und zu rackern bis zum Schluss

 Jaroslav Dobrovodsky von der SGH steigt gegen die Zweibrücker Deckung zum Wurf hoch. Dobrovodsky war mit zehn Toren erfolgreichster St. Ingberter. Rechts schaut Michael Deckert zu. Foto: SZ/Strobel

Jaroslav Dobrovodsky von der SGH steigt gegen die Zweibrücker Deckung zum Wurf hoch. Dobrovodsky war mit zehn Toren erfolgreichster St. Ingberter. Rechts schaut Michael Deckert zu. Foto: SZ/Strobel

St. Ingbert. "Was ich gerade denke, möchte ich jetzt eigentlich lieber nicht sagen." SGH-Trainer Christian Schöller war die Enttäuschung über die Leistung seiner Oberliga-Handballer anzumerken. "Wenn ich mir ein Kellerduell anschaue, muss ich als Außenstehender sehen können, dass beide Mannschaften den Willen zeigen, zu gewinnen und zu rackern bis zum Schluss. Mit dieser Leistung aber können wir uns bei den Zuschauern nur entschuldigen." Davon angesprochen fühlten sich am vergangenen Samstagabend aber wohl die wenigsten. Von etwa 300 Zuschauern in der Ingobertushalle waren die Anhänger der Gäste zumindest stimmungsmäßig in der Überzahl - und die kurze Anreise hatte sich gelohnt.

12:10 war die letzte Führung

Mit 25:38 (14:17) verloren die Handballer der SGH St. Ingbert ihr letztes Heimspiel des Jahres gegen den SV 64 Zweibrücken, direkter Konkurrent um den Abstieg, mehr als deutlich. Die Chancen auf den Klassenverbleib schwinden somit mehr und mehr: Mit 6:22 Punkten steckt die Schöller-Truppe nach wie vor tief im Tabellenkeller der Oberliga fest und belegt weiterhin den vorletzten Rang.

Lediglich in der ersten Halbzeit konnten die Gastgeber mithalten und das Spiel offen gestalten. Nach 20 Minuten erzielte Jaroslav Dobrovodsky das 12:10 - das sollte die letzte Führung für die SGH in diesem Spiel sein. "Wir haben viel zu halbherzig gespielt und zu viele technische Fehler gemacht, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr", resümierte Dobrovodsky, mit zehn Treffern bester Schütze der SGH.

Gegen die offensive 5:1-Deckung der Zweibrücker fanden die Gastgeber zu keinem Zeitpunkt der Partie ein probates Mittel. Immer wieder provozierten die Pfälzer SGH-Fehler im Angriff. "Mit der ersten Halbzeit kann man noch einigermaßen zufrieden sein. Aber die zweite war katastrophal. Die Mannschaft hat sich nach 45 Minuten bereits aufgegeben. Normalerweise ist die zweite Hälfte immer unsere stärkere. Heute war es die mit Abstand schlechteste der Saison", meinte Thorsten Blaumeiser, der mit nur drei Toren, wie so viele seiner Teamkollegen, weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Und er übertrieb nicht.

Trainer mit scharfer Kritik

In den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel legte Zweibrücken einen 8:3-Zwischenspurt hin, und der St. Ingberter Widerstand war gebrochen. Auch die Schlussphase verlief ähnlich: Das 25:30 durch Thorsten Blaumeiser in der 50. Minute war der letzte SGH-Treffer an diesem Abend. Zweibrücken hatte nur noch wenig Mühe. "Wenn man das Spiel mit vier Toren verliert, ist das nicht so schlimm. Aber von einem Abstiegskonkurrenten darf man nicht so abgeschossen werden", ärgerte sich der Linkshänder. Trainer Schöller kritisierte seine Mannschaft nach dem Spiel scharf: "Mir kam es heute so vor, als wüssten einige nicht, dass wir nur sechs Punkte haben, und dass das heute ein enorm wichtiges Spiel war. Das ist schon bitter."

Tore für die SGH: Jaroslav Dobrovodsky 10/1, Simon Pytlik 4, Thorsten Blaumeiser, Jan Kreibig je 3, Michael Deckert, Sebastian Marx je 2, Philip Forster 1.