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Mit dem Schinderheini auf den Spuren des Herminators

Mit dem Schinderheini auf den Spuren des Herminators

Für ihr großes Ziel, noch einmal olympisches Gold zu gewinnen, hat sich Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch in der Saisonvorbereitung gequält wie nie zuvor in ihrer Karriere.

Going ist ein kleines Nest in der Nähe von Kitzbühel, doch für viele Athleten ist das Örtchen am Wilden Kaiser der Nabel ihrer Sport-Welt. So bereiten sich die Klitschkos hier auf ihre Box-Kämpfe vor. Es ist der perfekte Ort für einen Mann, der ehrfurchtsvoll der "Schinderheini" genannt wird. Unter der Leitung von Heinrich "Heini" Bergmüller hat Maria Höfl-Riesch sich in Going gequält wie nie in ihrer langen Ski-Karriere - mit dem einen Ziel vor Augen, wie 2010 auch 2014 in Sotschi in den Olymp aufzusteigen.

Bis zu acht Stunden täglich hat die 28 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin von Whistler in der Trainingshalle geschuftet. Bergmüller stellte Höfl-Rieschs Trainingsprogramm komplett um. "Grundlagen, Grundlagen, Grundlagen", umschreibt die zweimalige Weltmeisterin dessen Philosophie. Für Höfl-Riesch ein Wagnis, sich auf den nicht unumstrittenen Trainer einzulassen. Sie begann viel später als gewohnt mit dem Krafttraining und saß "Tage auf dem Ergometer".

Doch es zahlte sich aus. Vor dem Weltcup-Auftakt am Samstag mit dem Riesenslalom in Sölden fühlt sie sich "frisch wie nie zuvor". Das belegten auch die Analysen, die sie zwischendurch immer wieder machte. Vier Kilogramm Muskelmasse habe sie zugelegt: "Ich habe einmal richtig gemerkt, wie's mir die Oberschenkel aufbläst." Zudem erhole sie sich wahnsinnig gut.

Anstoß zur Veränderung war der vergangene, so wechselhafte Winter. Bei der WM in Schladming gewann sie zwar Gold in der Super-Kombination und zwei Bronzemedaillen (Abfahrt/Team), doch im Weltcup reichte es nur zu einem einzigen Sieg. Mitunter sah sie wie gelähmt zu, wenn Tina Maze mal wieder allen davonfuhr. Die Slowenin hatte der Konkurrenz vor allem körperlich einiges voraus.

Wie, fragte sie sich, kann ich diese Maze knacken? Sie erinnerte sich an Ski-Legende Hermann Maier. "Der war immer so wahnsinnig beieinander", sagt sie. Höfl-Riesch fuhr zu Maier und ließ sich erklären, was ihn zum "Herminator" machte. Dabei fiel immer wieder der Name "Heini", und Höfl-Riesch beschloss, es mit Bergmüller zu versuchen.

Bergmüller, sagt DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier, habe "das Laufen über Wasser nicht erfunden". Aber die neuen Ideen hätten Höfl-Riesch "auf ein sehr gutes Niveau gebracht". Sein Spitzname, meint Bergmüller, sei längst aus der Mode. Inzwischen gehe er sanfter vor als zu Maiers Zeiten. "Bergmüller macht glücklich und gesund", schreibt er auf seiner Internetseite. Und schnell, hofft Maria Höfl-Riesch.

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Am RandeLindsey Vonn verzichtet nun doch auf ihren Start beim Weltcup-Auftakt in Sölden. "Ich fühle mich großartig, werde aber trotzdem in Sölden nicht starten und mich auf Beaver Creek fokussieren", schrieb die 29-jährige vierfache Gesamtweltcup-Siegerin aus den USA drei Tage vor dem ersten Riesenslalom der Saison am Samstag. Weil sie nach ihrem schweren Sturz bei der Ski-WM im Februar mit der Reha schnell vorangekommen war, hatte Vonn einen Start in Erwägung gezogen. dpa