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Mit dem "Nasenloch"-Ferrari läuft es richtig rund

Mit dem "Nasenloch"-Ferrari läuft es richtig rund

Barcelona. Nach dem Desaster beim Saison-Auftakt in Australien (Ausfall Massa, Räikkönnen nur Achter) läuft es für Ferrari in der Formel 1 jetzt richtig rund. Der Spanien-Grand-Prix am Sonntag in Barcelona offenbarte: Die Roten sind das Team der Stunde. Dritter Sieg im vierten Saison-Rennen, davon zwei Doppel-Erfolge

Barcelona. Nach dem Desaster beim Saison-Auftakt in Australien (Ausfall Massa, Räikkönnen nur Achter) läuft es für Ferrari in der Formel 1 jetzt richtig rund. Der Spanien-Grand-Prix am Sonntag in Barcelona offenbarte: Die Roten sind das Team der Stunde. Dritter Sieg im vierten Saison-Rennen, davon zwei Doppel-Erfolge. Hinzu kommt, dass weder Malaysia- und Barcelona-Triumphator Kimi Räikkönen noch Bahrain-"Wüstenkönig" Felipe Massa bei ihren Siegesfahrten ans Limit gehen mussten. "Wir brauchten keinen Druck zu machen. Wenn wir das gewollt hätten, dann hätten wir viel schneller fahren können", erklärte Räikkönen in der Sieger-Pressekonferenz. Und der finnische Iceman kündigte noch im gleichen Atemzug an: "Wir können unser Auto immer noch verbessern. Es ist schon sehr gut, aber etwas geht immer noch."

Dabei verblüffte Ferrari die Konkurrenz in Barcelona mit einer aerodynamischen Erneuerung, die die Gegner schockte. Ferrari hat in der Nase des Frontflügels ein Loch, durch das die Unterbodenluft strömt. Dieses Bohren in der Nase soll die roten Boliden um zwei Zehntelsekunden pro Runde schneller machen, wird gemunkelt.

Weltmeister Räikkönen hat sich in der Fahrerwertung mit neun Punkten Vorsprung (29) auf McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (20) abgesetzt. Dessen Teamkollege Heikki Kovalainen, der bei seinem Horror-Unfall kurzzeitig bewusstlos war, sonst aber Glück im Unglück hatte (wir berichteten), musste bis gestern zur Beobachtung in einem Krankenhaus in Barcelona bleiben. "Den genauen Grund für den Unfall kennen wir noch nicht. Unsere Daten zeigen einen plötzlichen Druckverlust im Reifen kurz vor dem Unfall an, aber wir kennen den Auslöser dieses Defektes noch nicht. Möglicherweise war es ein Schaden an der Felge", so Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Die Ärzte des Automobil-Weltverbandes Fia werden nun entscheiden, ob Kovalainen beim nächsten Rennen in der Türkei (11. Mai) starten darf. kos

Auf Einen Blick

Pressestimmen zum Rennen in Barcelona:

Corriere dello Sport (Italien): "Es gibt nur noch Ferrari. Was für ein Schreck wegen Kovalainen."

La Gazzetta dello Sport (Italien): "Was für ein Rasse-Pferdchen. Kimi Räikkönens Gesichtsausdruck ist immer gleich: eine Mischung aus Forrest Gump und einem Außerirdischen, der versehentlich auf der Erde gelandet ist. Aber am Steuer des Ferrari ist er ein gnadenloser Killer."

Daily Mail (England): "Heikki Kovalainen sprang dem Tod von der Schippe und entstieg den Überresten seines verkrüppelten McLaren."

Marca (Spanien): "Fernando Alonso kann wieder mithalten. Ein Motorschaden bringt jedoch das Aus für den genialen Fahrer." dpa