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Mit Beachvolleyball aus der Krise

Mit Beachvolleyball aus der Krise

Bayer Leverkusen kommt im neuen Jahr nicht in die Gänge. Und Trainer Roger Schmidt steht vor der Ablösung.

Beachvolleyball war unter der Woche bei Bayer Leverkusen angesagt. "Teambuilding" nennen sich solche Maßnahmen. Und sie sind mitten in der Saison kein gutes Zeichen. Die Spieler sollten im Sand den tristen Alltag hinter sich lassen. Das zeigt, wie groß der Druck beim Fußball-Bundesligisten vor dem wegweisenden Duell mit Eintracht Frankfurt an diesem Samstag (15.30 Uhr) ist - besonders für Roger Schmidt. Vom "Job-Endspiel" für den Trainer schreibt die "Bild"-Zeitung bereits seit Tagen.

Es könnte tatsächlich eng werden für den 49-Jährigen, wenn es die nächste Enttäuschung gibt. Durch die Niederlagen gegen Borussia Mönchengladbach (2:3) und beim Hamburger SV (0:1) ist das internationale Geschäft in weite Ferne gerückt. Schmidt macht sich jedoch keine Sorgen. "Natürlich weiß ich, dass ich das Vertrauen der Vereinsführung habe. Mir muss nicht jeden Tag jemand sagen, dass ich noch einen Zweieinhalbjahresvertrag habe", sagte der Trainer: "Es bringt jetzt nichts, mich mit meiner Situation zu beschäftigen."

Deutlich beunruhigter klang sein Kapitän. "Unsere Situation ist dramatisch", sagte Lars Bender, der nach monatelanger Pause vor der Rückkehr steht. Körperlich ist der 27-Jährige wiederhergestellt, gelitten hat Bender zuletzt dennoch. "Das Spiel in Hamburg war schlecht. Für die gesamte Situation war es Mist, als Verlierer vom Platz zu gehen", sagte Bender.

Der Auftritt im Volkspark-Stadion war eine Bankrotterklärung. Während Abstiegskandidat HSV um sein Leben rannte und verdient gewann, brachten die Leverkusener abgesehen von einem Lattentreffer durch Stefan Kießling kaum etwas zustande. Dazu verletzte sich Verteidiger Jonathan Tah am Oberschenkel. Er fällt aus. Stürmer Javier Chicharito Hernandez ist dagegen nach seiner Verletzung im Oberschenkel wieder fit. "Es ist eine schwierige, unbequeme Situation", sagte Nationaltorhüter Bernd Leno. Das sei in seiner Zeit bei Bayer aber schon häufig vorgekommen: "Die Mannschaft lebt." Eine Mannschaft, die lebt, muss aber nicht Beachvolleyball spielen. Eine Mannschaft, die lebt, kann sich auf Fußball konzentrieren.

In eineinhalb Wochen am 21. Februar geht es im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atletico Madrid. Ein echter Höhepunkt - und womöglich vorerst der letzte dieser Art in der Bay-Arena. Denn der Rückstand zum oberen Drittel der Bundesliga-Tabelle ist so groß, dass es schwer werden wird, wieder im Europapokal zu spielen.

"Für unsere Ansprüche ist ein Jahr ohne Europa eigentlich nicht vorstellbar", sagte Bender, blieb aber Realist: "Wir brauchen jetzt nicht über Europa zu reden. Das wäre völlig vermessen." Der Tabellenneunte Leverkusen (24 Punkte) gehört nach eigenem Verständnis da hin, wo der Tabellendritte Frankfurt (35) steht, rennt seinen Ansprüchen aber hinterher. Die Eintracht mit dem früheren Bayer-Profi Niko Kovac ("Wir haben keinen Druck") als Trainer ist ein Gegner, der gerade jetzt mehr als gefährlich ist. "Sie hat einen richtig guten Lauf. Sie steht zurecht da, wo sie steht. Sie hat in engen Spielen oft das bessere Ende für sich", sagte Schmidt: "Wir haben neun Spiele verloren, davon acht Mal mit einem Tor." Soll heißen: Es hätte auch ganz anders laufen können. Tat es aber nicht.

Schmidt rechnet daher erneut mit Problemen. "Wir werden kein perfektes Spiel abliefern können, dafür fehlt uns das nötige Selbstvertrauen", sagte der Trainer und erläuterte seine Idee zum Beachvolleyball: "Das hatte nichts mit "Teambuilding" zu tun. Es trägt dazu bei, ein wenig Lockerheit reinzubringen. Das hat zu 100 Prozent seinen Sinn erfüllt."