Mister Rallye gibt sich die Ehre

Mister Rallye gibt sich die Ehre

Mit 41 traut er sich endlich. Sébastien Loeb, höchstdekorierter Pilot der Rallye-Geschichte, tritt bei der Dakar an. Mit guten Chancen? Er sagt, er sei nicht übertrieben zuversichtlich.

Der erfolgreichste Rallye-Pilot gibt sich die Ehre: Sébastien Loeb wagt sich mit 41 Jahren zum ersten Mal an das große Abenteuer Dakar. Der neunmalige Weltmeister aus Frankreich wird mit seinem monegassischen Co-Piloten Daniel Elena in einem Peugeot die 13 Etappen in Argentinien und Bolivien in Angriff nehmen. "Dies ist meine erste Rallye Dakar, deshalb bin ich nicht übertrieben zuversichtlich", sagte Loeb: "Mir ist bewusst, dass Daniel und ich bei null beginnen." Demütige Worte von einem der besten Piloten, die es bislang gab. 78 WM-Rallyes gewann Loeb. Allein die legendäre Rallye in Monte Carlo entschied er bei zehn Starts sieben Mal für sich. Und jetzt? "Wir sind hier, um zu lernen, deshalb mache ich mir nicht zu viel Druck."

Sobald Loeb aber am Samstag beim Prolog und tags darauf bei der ersten Etappe von Buenos Aires nach Villa Carlos Paz Gas geben wird, werden die Augen vor allem auf ihn gerichtet sein. "Ich bin mir sicher, dass Sébastien einer der Favoriten ist", meinte Markenkollege Carlos Sainz. "Er ist in der Lage, sich schnell an jede Art von Rennen zu gewöhnen. Das rückt ihn in die Favoritenrolle." Sainz muss es wissen: Er wurde zweimal Rallye-Weltmeister und siegte 2010 bei der Dakar mit VW .

Nun gehört Sainz zum Team der hochdekorierten Peugeot-Piloten mit Loeb, Cyril Depres und Dakar-Rekordgewinner Stéphane Peterhansel, die bis ins Ziel am 16. Januar in Rosario mit Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah im Mini des hessischen X-raid-Teams um jede Minute kämpfen wollen. Erst im vergangenen Jahr war die französische Marke nach 25 Jahren zur schwersten Rallye der Welt zurückgekehrt. "Das ist das zweite Mal, dass sie bei der Dakar dabei sind, und sie brauchen noch Zeit", meinte Al-Attiyah. Er rechnet nicht damit, dass die Flotte von Peugeot bis zum Ende wirklich mithalten kann.

Leicht macht es die große, namhafte und ehrgeizige Konkurrenz den beiden deutschen Co-Piloten Timo Gottschalk aus Berlin und Dirk von Zitzewitz aus Karlshof nicht. "Unser Ziel ist klar: Wir wollen wieder auf das Podium fahren - und das ist wie immer nicht die allerleichteste Aufgabe", betonte Zitzewitz, der seinem südafrikanischen Fahrer Giniel de Villiers wieder den Weg weist. 2009 gewannen die beiden die erste Südamerika-Ausgabe der Dakar-Rallye, vor zwölf Monaten wurden sie Zweite. Fünf Podestplätze bei sieben Starts sprechen für sich. Gottschalk wird mit Yazeed Al Rajhi aus Saudi-Arabien antreten, wie Villiers/Zitzewitz in einem Toyota Hilux. Das Duo hat sich mit Platz drei bei der Rallye Marokko auf die Dakar eingestimmt. Auch Loeb hatte die Rallye im Norden Afrikas zur Vorbereitung genutzt, aber keine Rolle bei der Vergabe der vorderen Plätze gespielt.

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