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Mission Olympia ohne Baur

Mission Olympia ohne Baur

Leipzig. Die deutschen Handballer müssen die "Mission Medaille" bei den Olympischen Spielen in Peking überraschend ohne ihren Kapitän Markus Baur in Angriff nehmen. Zwölf Wochen vor dem Auftaktspiel gab Bundestrainer Heiner Brand den Verzicht des 37 Jahre alten Spielmachers auf dessen vierte Olympia-Teilnahme in Serie bekannt. "Das ist sicher

Leipzig. Die deutschen Handballer müssen die "Mission Medaille" bei den Olympischen Spielen in Peking überraschend ohne ihren Kapitän Markus Baur in Angriff nehmen. Zwölf Wochen vor dem Auftaktspiel gab Bundestrainer Heiner Brand den Verzicht des 37 Jahre alten Spielmachers auf dessen vierte Olympia-Teilnahme in Serie bekannt. "Das ist sicher. Außer es passiert noch etwas Außergewöhnliches. Dann müsste man noch einmal darüber nachdenken", sagte Brand und bestätigte damit das Ende der Karriere von Baur in der Nationalmannschaft: "Das kann man so sehen."

Nach Angaben seines Vereins TBV Lemgo will sich Baur auf seine Tätigkeit als Trainer des Bundesligisten konzentrieren. "Das ist seine Intention. Es wird zwar noch ein abschließendes Gespräch mit dem Bundestrainer geben, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommt, ist sehr hoch", sagte Lemgos Geschäftsführer Volker Zerbe. Baur hatte am 1. Januar offiziell das Amt als Trainer bei Lemgo als Nachfolger von Peter Meisinger angetreten und den ehemaligen deutschen Meister nach Startschwierigkeiten als Meisterschafts-Siebten in den EHF-Cup geführt. "Entscheidend ist, dass Markus hier seine neue Trainer-Laufbahn startet und formt", sagte Zerbe, "das ist eine Entscheidung, die er für sich durchgemacht hat. Er ist ein professioneller Mensch, der Dinge nicht einfach mal so angeht".

Im verlorenen Europameisterschafts-Spiel um Platz drei gegen Frankreich (26:36) hatte Baur sein 227. und nun wohl letztes Länderspiel bestritten. Nur drei Tage nach der EM übernahm er den TBV Lemgo. Eine ähnlich knappe Vorbereitungszeit mit dem TBV soll nun ausgeschlossen werden. "Zum einen wollte es Lemgo nicht akzeptieren, dass Markus durch die Beanspruchung bei Olympia erst zehn Tage vor Saisonbeginn der Bundesliga die Leitung des Trainings übernommen hätte. Zum anderen hätte Markus ein in Anführungszeichen schlechtes Gewissen gehabt, wenn er als Trainer seine Mannschaft zwei Monate nicht gesehen hätte", sagte Brand. Er hatte seinem Strategen auch im kürzlich reduzierten Olympia-Kader einen Platz offen gehalten und gesagt: "Ich will in Peking gut abschneiden, da werde ich Markus Baur brauchen."

Damit wächst der Erwartungsdruck auf Baurs 24 Jahre alten "Kronprinzen" Michael Kraus (Lemgo), der nun unerwartet zur Nummer eins auf der Positions des Spielgestalters avanciert ist. Wegen des Ausfalls von Oleg Velyky (Hamburg), der wegen eines Kreuzbandrisses und einer Hautkrebserkrankung seit Januar kein Spiel bestritten hat, stehen als Alternativen nur der 21 Jahre alte Junioren-WM-Zweite Martin Strobel (Balingen-Weilstetten) und Michael Haaß (Minden) zur Verfügung. "Beiden fehlt die internationale Erfahrung auf der Spielmacherposition", gab Bundestrainer Brand zu bedenken. dpa