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Minister Klaus Bouillon zeichnet 10 Saarländer mit der Sportplakette aus

Würdigung für Ehrenamtler : Ausgezeichneter Einsatz für den Sport

Innen- und Sportminister Klaus Bouillon verleiht zehn Ehrenamtlern die Sportplakette des Saarlandes.

46 Jahre Vereinsvorsitzende, Kämpfer für den Behindertensport, Retter in der Not oder Mädchen für alles: Zehn Persönlichkeiten aus dem Saarland sind kürzlich in Saarbrücken von Sportminister Klaus Bouillon mit der Sportplakette des Landes ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand bereits zum 23. Mal statt. Bouillon unterstrich dabei die Wichtigkeit des Ehrenamtes: „Ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen wäre die Organisation unserer Sportlandschaft nicht möglich“, sagte der Minister und ging auch auf die aktuellen Ereignisse ein: „Insbesondere vor dem Hintergrund der Angriffe auf Unparteiische in den letzten Monaten ist es mir wichtig, diese Menschen zu ehren.“

Die Geehrten sind in diesem Jahr:

Dieter Abati (Friedrichsthal): Dieter Abati ist die gute Seele des SC Friedrichsthal, ein Vereins-Urgestein und Mädchen für alles. Bereits seit 1954 gehört er dem Verein an, von 1986 bis 1995 war er Leiter der Abteilung Fußball. Von 1995 bis heute bekleidet Abati zudem die Position des stellvertretenden Abteilungsleiters, seit 1986 ist er außerdem stellvertretender Vorsitzender des Gesamtvereins, zu dem auch die Sparten Leichtathletik und Handball gehören. Ende der 1980er-Jahre war Abati einer derjenigen, die den finanziell angeschlagenen Verein vor dem Aus retteten. Der Saarländische Fußballverband hat Abati für seine Verdienste bereits der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. 

Wolfgang Blöchle (Kleinblittersdorf): Wolfgang Blöchle trat 1998 dem Verein „Hilfe durch Sport Quierschied“ bei und übernahm die Funktion des Übungsleiters Schwimmen, die er auch heute noch innehat. Von 1998 an war der Diplomsportlehrer außerdem zehn Jahre lang Fachwart Schwimmen. Seit 2000 übt er parallel dazu die Tätigkeit als Trainer der Leichtathleten und der Schwimmer des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes (BRS) Saarland aus. 2004 wurde er zudem Leistungssportkoordinator im BRS. 2010 war Blöchle auch maßgeblich am Entstehen und Aufbau des „Paralympischen Trainingsstützpunktes Leichtathletik“ beteiligt, wo er seit 2013 auch als Trainer und Landesfachwart „Paralympischer Sport“ gefragt ist. Ferner hatte Blöchle von 2013 bis 2018 die Funktion eines Abteilungsvorstandes der Leichtathletik beim Dachverband DBS (Deutscher Behinderten-Sportverband) inne. Er ist Inhaber der goldenen Ehrennadel des BRS.

Manfred Breit (Saarbrücken): Eigentlich ist der TuS St. Arnual ohne ihn kaum denkbar: Manfred Breit. Schon seit 29 Jahren steht der 80-Jährige als Vorsitzender an der Spitze des Vereins. Zuvor war er von 1957 bis 1980 unter anderem als erster Schülerwart und Trainer tätig. Von 1976 bis 1990 leitete er die Abteilung Handball und war dort ab 1970 15 Jahre lang Trainer. Von 1977 bis 1990 bekleidete Breit zudem die Position des 2. Vorsitzenden beim TuS, seit 1990 ist er 1. Vorsitzender. Breit entstammt einer alten Turnfamilie. Schon sein Großvater Ludwig führte von 1898 bis 1907 den 1884 gegründeten Verein. Sein Vater Ernst war Oberturnwart und Wanderwart im Klub, seine Mutter Lotte Schülerinnenwartin. 2004 erhielt Breit vom Saarländischen Turnerbund (STB) die Ehrennadel in Gold, 2014 vom Deutschen Turnerbund den Ehrenbrief mit Silberner Nadel.

Werner Cartarius (Saarbrücken): Seine Liebe zum Sport fand Werner Cartarius schon in jungen Jahren. Von 1952 bis 1962 war er Betreuer der C-Jugend beim 1. FC Saarbrücken. Gleichzeitig fungierte er als Schiedsrichter. Von 1955 bis 1975 war er im Verband Jugendstaffelleiter des Kreises Südsaar. Im selben Zeitraum war er redaktionell zuständig für die FCS-Mitglieder- und die Verbandszeitung. Seit 1968 ist Cartarius Organisationsleiter der Endrunde um die Hallen-Jugendmeisterschaften des SFV. Er war sozusagen der Gründervater dieser Saarlandmeisterschaft. Ende der 80er Jahre gründete er mit Unterstützung von Hermann Neuberger die „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Jugendfußballs“ in der Landeshauptstadt. Cartarius ist zudem seit zehn Jahren Mitglied im Ehrenrat des 1. FC Saarbrücken, seit fünf Jahren sitzt er diesem Rat vor. Ihm wurde vom SFV die Ehrennadel in Gold verliehen, zudem erhielt er die DFB-Verdienstnadel und den DFB-Ehrenamtspreis.

Rudi Caspari (Mandelbachtal): Rudi Caspari gehört dem Schützenverein Heckendalheim seit 1971 an. Im Vorstand bekleidete er die Position des Schriftführers und Schatzmeisters – und bis 1988 war er der 1. Vorsitzende des Vereins. Auf Kreisebene arbeitete Rudi Caspari als stellvertretender Kreissportleiter bis ins Jahr 2000. Von 1986 bis 1998 war er zudem Referent für Gewehr und stellvertretender Landessportleiter. Von 1986 bis heute ist er Mitglied der Technischen Kommission des Schützenverbandes Saar. Zwischen 1999 und 2008 fungierte er als Landessportleiter, danach war er Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Waffenkunde. Seit 1988 ist er darüber hinaus bei deutschen Meisterschaften Vorsitzender des Kampfgerichtes – und seit 1994 vertritt er den Deutschen Schützenbund (DSB) als Jurymitglied bei den Weltcups in München. Von 1998 bis 2009 war er Mitglied im Sportausschuss des DSB und von 2005 bis 2009 Mitglied in der Technischen Kommission. Caspari wurde vom Verband mit der Verdienstnadel in Gold mit Brillanten geehrt und bekam 2015 den Goldenen Ehrenring des DSB, dem er auch seit 2019 als Ehrenmitglied angehört.

Scholastika Dickmann (Wadern): Scholastika Dickmann gehörte 1969 zu den Gründerinnen des Turnvereins Morscholz. Bis zum Jahre 2015 war sie auch – über 46 Jahre hinweg – dessen 1. Vorsitzende. Von 1969 bis 2009 übernahm sie parallel dazu die Funktion einer Übungsleiterin „Frauenturnen“, seit 1999 ist sie zusätzlich Senioren-Übungsleiterin. Dickmann leitete in den letzten 50 Jahren Fortbildungen in den Sparten Turnen, Gymnastik, Gesundheits- und Behindertensport und Heilgymnastik. Sie organisierte außerdem Fortbildungen und Lehrgänge für TV-Mitglieder. Auch jährliche Ausflüge, Wanderungen und Auftritte gehörten zu ihren Aufgaben.

Marga Fluhr (Saarbrücken): Von 1978 bis 1985 war Marga Fluhr die Leiterin des Fördervereins und der Sportorganisation im „Haus im Eichwäldchen“. Hierbei handelte es sich um eine Einrichtung für Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen in allen Altersstufen. Von 1995 bis 2007 übernahm sie außerdem ehrenamtliche Tätigkeiten für die Lebenshilfe Sulzbach/Fischbachtal, organisierte die sportlichen Aktivitäten der durch die Lebenshilfe betreuten Menschen. Durch ihre Tätigkeit bei der Lebenshilfe knüpfte sie Kontakt zum Verband von „Special Olympics Deutschland“. 2007 war sie folgerichtig auch maßgeblich an der Gründung von „Special Olympics Saarland“ beteiligt. Dort arbeitete sie bis 2018 als Mitglied im Vorstand und war von 2014 bis 2018 die 1. Vorsitzende. Während dieser Zeit hat Fluhr maßgeblich dazu beigetragen, feste Strukturen zur Förderung des Sportangebots für Menschen mit Beeinträchtigungen aufzubauen. Ihr größter Verdienst während Ihrer Amtszeit als 1. Vorsitzende war die Umstrukturierung des Verbandes und die damit verbundene Anerkennung als regulärer Fachverband durch den Landessportverband (LSVS).

Alois Lehberger (Püttlingen): Bereits mit 13 Jahren trat Alois Lehberger 1960 dem TV Püttlingen bei. Seit 1995 trainiert er die Männer-Gymnastik­abteilung als Übungsleiter. 1967 erwarb er die Lizenz zum Übungsleiter im Gesundheitssport und Turnen für Ältere, 2007 die Landeskampfrichterlizenz für die Sparte Gymnastik. Von 2008 bis 2019 übernahm Lehberger zudem die Organisation der Veranstaltung „Fit und Vital Älter werden“ und war Übungsleiter der Frauengymnastik-Gruppe der DJK Püttlingen. 2014 erhielt er die Bundeslizenz für das Deutsche Gymnastikabzeichen. Seit 2017 ist er Übungsleiter der Frauengymnastikgruppe „60 +“ des TV Püttlingen. Außerdem war er unter anderem von 1995 bis 2019 Gaufachwart und von 2010 bis 2019 Landesfachwart Turnen. 

Klaus Reichert (Lebach): Von 1978 bis heute ist Klaus Reichert im Vorstand des TV Lebach tätig, seit 2005 als dessen Vorsitzender. Von 1985 an bis heute ist er darüber hinaus Geschäftsführer des Stadtverbandes der Sporttreibenden Vereine der Stadt Lebach. In der Zeit von 1991 bis 1995 gehörte Klaus Reichert dem Präsidium des Saarländischen Volleyball-Verbandes an. Bereits 1976 erwarb er die Volleyball-Schiedsrichterlizenz. Als aktiver Volleyballer im TV Lebach erzielte Reichert zahlreiche Erfolge im Seniorenbereich: Saarlandmeister, deutscher Meister und Mitglied in der deutschen Nationalmannschaft, deren größter Erfolg die Vize-Weltmeisterschaft im Jahr 2018 war. Die Volleyball-Gene hat er auch an seinen Sohn Moritz vererbt. Der 24-Jährige spielt derzeit bei den Berlin Recyling Volleys, wurde mit Berlin (2019) und Friedrichshafen (2015) deutscher Meister – und ist Nationalspieler.

  Marga Fluhr war maßgeblich an der Gründung von „Special Olympics Saarland“ beteiligt. Minister Klaus Bouillon ehrte sie nun für ihre Arbeit.
Marga Fluhr war maßgeblich an der Gründung von „Special Olympics Saarland“ beteiligt. Minister Klaus Bouillon ehrte sie nun für ihre Arbeit. Foto: Katrin Thomas

Rolf Schreier (Namborn): Rolf Schreier bekleidet seit mehr als 30 Jahren Vorstandsämter in den Turnvereinen TuS Hirstein und TV Liebenburg. Letzterer wurde auf seine Initiative im Jahre 2004 gegründet. Im TuS Hirstein war er von 1977 bis zum Jahre 2008 Mitglied. In dieser Zeit engagierte er sich von 1986 bis 2004 als Vorstandsmitglied und gehörte dem Präsidium des TuS an. In den Jahren 1989 bis 2004 war er Abteilungsvorstand Turnen. 2004 erfolgte die Gründung des TV Liebenburg, dessen Vorsitz er bis 2017 übernahm. Danach arbeitet er bis heute im Verein als Turnwart und Beauftragter für Erwachsenensport. Im Turngau Blies war er von 2000 bis 2013 stellvertretender Vorsitzender, von 2004 bis 2009 bekleidete er zudem den Posten eines Vizepräsidenten beim Saarländischen Turnerbund (STB) und von 2016 bis heute ist er Mitglied im Ehrenausschuss des STB. 2019 erhielt er die Ehrennadel des Deutschen Turner-Bundes.