Milosevic und Fischer geben der HG Saarlouis neuen Schwung

Saarlouis. Als am Samstagabend kurz vor 21 Uhr das Schlusssignal des Zweitliga-Handballspiels der HG Saarlouis gegen Eintracht Hildesheim ertönte, nahm ohrenbetäubender Beifall die Stadtgartenhalle ein

 Der Vorsitzende der HG Saarlouis, Richard Jungmann (rechts), freut sich nach dem Heimsieg gegen Hildesheim mit Torhüter Rajko Mikosevic (links) - in der Mitte: Dirk Holzner. Foto: Ruppenthal

Der Vorsitzende der HG Saarlouis, Richard Jungmann (rechts), freut sich nach dem Heimsieg gegen Hildesheim mit Torhüter Rajko Mikosevic (links) - in der Mitte: Dirk Holzner. Foto: Ruppenthal

Saarlouis. Als am Samstagabend kurz vor 21 Uhr das Schlusssignal des Zweitliga-Handballspiels der HG Saarlouis gegen Eintracht Hildesheim ertönte, nahm ohrenbetäubender Beifall die Stadtgartenhalle ein. 1250 Zuschauer hatten sich längst von ihren Plätzen erhoben, die HG-Spieler fielen sich in die Arme, und der sichtlich erleichterte HG-Vorsitzende Richard Jungmann herzte seinen Trainer Goran Suton so innig, als wollte er ihn nicht mehr loslassen. Mit 28:23 (14:13) siegten die Saarländer erstmals seit September (30:24 gegen VfL Bad Schwartau) wieder vor eigenem Publikum. Bester Torschütze war Tim Suton mit acht Treffern.

"Das war gut", zollte sogar Ex-HG-Trainer Andre Gulbicki seinem Nachfolger Respekt und umarmte ihn im Kabinengang. "Ich darf nochmal dran erinnern: Die sind aus der Bundesliga abgestiegen, und wir spielen hier gegen den Abstieg", jubilierte Rückraumspieler Steffen Fischer noch auf dem Spielfeld: "Wir haben gekämpft und das gezeigt, was der Trainer uns immer sagt." Und das wäre? "Dass wir nicht die ersten Sieben haben, die durchklotzen und ein Spiel alleine entscheiden, sondern wir brauchen die Wechsel von der Bank, wir brauchen das Team. Und heute hatte jeder seinen Anteil am Sieg." Jeder bis auf Bankdrücker Davorin Prskalo, der wie die beiden Passiv-Spieler Philipp Leist und Yves Kunkel nicht zum Einsatz kam. Auch Daniel Fontaine (FA Göppingen) konnte nicht von seinem Zweitspielrecht Gebrauch machen.

"Gerade so ein Spiel wie heute zeigt, dass es auch ohne Fontaine geht. Zu sehen, dass es nicht auf einen Mann ankommt, gibt der Mannschaft auch viel", sagte Fischer, der nach seiner Schulterverletzung mit drei Toren eine gelungene Rückkehr feierte: "Ich musste, weil ich die Belastung so nicht gewohnt war, erst einmal aussetzen", sagt er rückblickend: "Danach haben wir ein Physiotherapie-Konzept entwickelt, und jetzt fühle mich viel besser." So viel besser, dass er ein Lob von Trainer Goran Suton kassierte: "Wir hatten durch Steffen heute wieder Gefahr durch einen Linkshänder ausgestrahlt. Auch wenn Merten Krings das in der ersten Halbzeit auch gut gemacht hat, war es das, was wir zuletzt ein wenig vermisst haben." In der siegbringenden Schlussphase traf Stefen Fischer zum vorentscheidenden 26:23 (56. Minute).

Ein Sonderlob verdiente sich auch Rajko Milosevic. Der Torwart, der wie Fischer und Prskalo vor der Saison verpflichtet wurde, brachte sich aber beinahe selbst um die Huldigung seiner starken Leistung. Nach einem kurzen Meinungsaustausch schubste er den Hildesheimer Marvin Natey und kassierte dafür zehn Minuten vor dem Ende beim Stand von 22:22 eine unnötige Zeitstrafe. "Ich habe ihm auf der Bank gesagt, dass er das wiedergutmachen muss", kommentierte Trainer Suton die Aktion mit einem Augenzwinkern.

Weil Milosevic dies in der Schlussphase tat, blieb eine Schelte aus. Vielleicht auch, weil der Trainer vor der Halbzeit selbst eine Zeitstrafe kassierte, als er eine demonstrative Bauchlandung hinlegte, um die Schiedsrichter nachträglich auf ein Stürmerfoul hinzuweisen. "Das war ein bisschen übertrieben", gestand Suton nach dem Spiel ein und ließ sich vom nächsten Gratulanten in die Arme schließen. zen