| 21:13 Uhr

Fußball-WM in Russland
Messis letzte Chance auf den größten Fußballer-Ruhm

Argentiniens Superstar Lionel Messi ist vor dem ersten Spiel gut gelaunt und zwinkert den Fotografen zu.
Argentiniens Superstar Lionel Messi ist vor dem ersten Spiel gut gelaunt und zwinkert den Fotografen zu. FOTO: dpa / Pavel Golovkin
Moskau. Argentinien trifft im ersten Gruppenspiel auf Island.

40 Jahre nach dem ersten WM-Triumph von Argentinien und 32 nach der WM des Diego Armando Maradona nimmt Lionel Messi den wohl letzten Anlauf auf den größten Fußballer-Ruhm. Ausgerechnet der freche WM-Neuling Island könnte dem bald 31 Jahre alten Superstar aber gleich zum Auftakt im ersten Spiel der Gruppe D an diesem Samstag im Spartak-Stadion (15 Uhr/ZDF und Sky) einen Dämpfer versetzen. „Wir haben nichts zu verlieren. Die Südamerikaner aber haben immer viel Druck. Da ist sicher was möglich“, sagt Alfred Finnbogason vom FC Augsburg.


Mehr noch als in den vergangenen zwölf Jahren scheint Wohl und Wehe der Albiceleste von Messi abzuhängen. Viertelfinale 2006, Viertelfinale 2010, Finale 2014 – alle gegen Deutschland verloren. 2015 und 2016 im Finale die Copa América verspielt, vor zwei Jahren aus der Nationalelf zurückgetreten. Wiedergekommen und das Team mit dem mittlerweile dritten Trainer seit der WM in Brasilien allerdings mit größter Mühe nach Russland geführt. Wird es diesmal wieder nichts, könnte Messis erneuter, dann aber endgültiger Rücktritt folgen.

Messi selbst weiß: „Wir sind keine Titel-Favoriten, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht stark sind und keine großartigen Spieler haben.“ Bei seinen bisherigen WM-Auftritten glänzte er nie so wie beim FC Barcelona. Fünf Tore in 15 Spielen, alle in der Gruppenphase, Messi traf noch nie in einem K.o.-Match.



Dennoch: „Das ist Messis Argentinien, nicht meins“, sagt Trainer Jorge Sampaoli, der im vorletzten Test gegen Spanien ohne Messi ein 1:6 erlebte. Gegen die groß gewachsenen Isländer sollen auch Sergio Agüero, Angel di Maria und Javier Masche­rano in der Offensive wirbeln. Anstelle des verletzten Stammtorwarts Sergio Romero wird Wilfredo Caballero sein WM-Debüt feiern. In seinem vierten Länderspiel und mit 36 Jahren. Und das hinter einer nicht selten wackligen Abwehr.