„Messi Massaker“

Barcelona · Für Pep Guardiola endete das Rendezvous mit seiner alten Liebe Barcelona schmerzhaft: Lionel Messi und Co. ließen ihrem Ex-Trainer und Manchester City in der Champions League keine Chance.

Pep Guardiola zog die Stirn in Falten. Lionel Messi , sein Liebling von früher, hatte ihn gequält, gedemütigt, besiegt. "Seit ich denken kann, hat er solche Sachen angestellt, und er macht sie immer noch", sagte Guardiola, jetzt Trainer von Manchester City , über die Gala des Ausnahmekönners. Der FC Barcelona sei einfach nur zu "beglückwünschen".

Messi wirbelte, Messi dribbelte, Messi sorgte bei Guardiola für ein schmerzhaftes Champions-League-Rendezvous mit seiner alten Liebe Barcelona . 0:4 (0:1) ging der Startrainer mit den Citizens im Camp Nou unter. Es sei eine "grausame Lehrstunde" gewesen, schrieb die "Times". The Independent sah gar ein "Messi Massaker ", nachdem der Argentinier gegen seinen alten Lehrmeister einen Dreierpack (17., 61. und 69.) erzielt hatte. "Es war, als würde er auf dem Schulhof spielen", sagte sein Trainer Luis Enrique.

"Es ist schwer, gegen Barça zu spielen", sagte Guardiola, der selber elf Jahre für die Katalanen kickte und als Trainer in vier Jahren 14 Titel mit seinem Heimatklub holte: "Wir kennen Barça - wenn du ihren Angreifern eine Chance lässt, dann bestrafen sie dich."

Die Strafe in seinem alten "Wohnzimmer" tat Guardiola weh. Es sei zwar "nicht die schlimmste Niederlage meiner Karriere" gewesen, sagte der 45-Jährige, "die schlimmste Niederlage war mit dem FC Bayern gegen Real Madrid ". Doch der Mittwoch dürfte ähnliche Erinnerungen bei Guardiola hervorrufen wie das besagte 0:4 der Bayern in München, als das Aus des Rekordmeisters im Halbfinale der Königsklasse 2014 besiegelt wurde. Guardiola scheint seit seinem Abschied aus Barcelona von einem Fluch belegt zu sein. Mit München scheiterte er bei allen drei Anläufen in der Champions League an Spaniern und ging nun im siebten Duell mit einem Team aus seinem Heimatland zum fünften Mal geschlagen vom Platz.

"So sollte die Revolution von Pep Guardiola nicht starten", meinte der Daily Telegraph: "Die wichtigsten Entscheidungen von Guardiola fruchteten nicht." So wurde ihm auch der Platzverweis von Torwart Claudio Bravo vorgehalten. Guardiola hatte den Chilenen im Sommer aus Barcelona geholt und Fanliebling Joe Hart dafür weggeschickt. Doch Bravo patzte ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte, spielte erst ein haarsträubenden Fehlpass und parierte den folgenden Schuss außerhalb des Strafraums mit der Hand. Nach der Roten Karte "war es vorbei", sagte Guardiola.

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Am Rande Mesut Özil verschwand mit dem Spielball unter dem Arm in seiner Villa. "Den hab ich heute mit nach Hause genommen", schrieb er bei Twitter , nachdem er für den FC Arsenal gegen Ludogorez Rasgrad beim 6:0 seinen ersten Hattrick in der Champions League erzielt hatte. Als viertem deutschen Profi gelang dem Nationalspieler in der Königsklasse ein Dreierpack - nach Bernd Hobsch, Uwe Rösler und Mario Gomez. Sieben Spiele, sieben Siege - so sieht die jüngste Bilanz des Londoner Clubs aus. Daran hat Özil entscheidenden Anteil, sagt sein Trainer Arsène Wenger . dpa/sid