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Radsport
Merzig ist heiß auf die Deutschland-Tour

Sportminister Klaus Bouillon, Matthias Pietsch vom Organisator ASO und der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (von links) freuen sich auf die Deutschland-Tour. Die gastiert am 25. August in und rund Merzig.
Sportminister Klaus Bouillon, Matthias Pietsch vom Organisator ASO und der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (von links) freuen sich auf die Deutschland-Tour. Die gastiert am 25. August in und rund Merzig. FOTO: Ruppenthal
Merzig. Radsportbegeisterte dürfen sich freuen: Nach zehn Jahren kommt die Veranstaltung zurück und macht Zwischenstopp im Saarland. Julia Franz

Nach zehn Jahren wird die Deutschland-Tour im Jahr 2018 wieder ausgetragen. Gestern Vormittag wurde in Merzig die Strecke zur Neuauflage der vom 23. bis 26. August stattfindenden Tour vorgestellt. Über vier Etappen und insgesamt 743 Kilometer geht es durch den Südwesten Deutschlands. Fünf Bundesländer werden durchfahren — das Saarland ist auch dabei. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 30 000 Zuschauern in Merzig.


Bei Radsport-Fans sorgt die Wiedergeburt der Tour für große Freude. Besonders beim bekennenden Radsport-Anhänger Klaus Bouillon, Minister für Inneres, Bauen und Sport. Sein Ministerium steuert satte 120 000 Euro plus Mehrwertsteuer zu der Veranstaltung bei. „Ich brauche nicht zu betonen, dass ich früher mal ein verrückter Fahrradfahrer war. Heute komme ich leider nicht mehr dazu. Mein Herz brennt aber nach wie vor für den Radsport“, erklärt Bouillon bei der Pressekonferenz. Er ist an diesem Vormittag gerne mit dabei — obwohl der Sport im Saarland momentan „mit Problemen behaftet ist“ wie er selbst sagt und damit Bezug auf den Finanzskandal des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) nimmt.

„Wir werden diese Situation lösen. Es wird nicht einfach, aber wir sind auf einem guten Weg“, erklärt Bouillon und kritisiert: „Momentan wird so ziemlich alles schlecht gemacht. Es gibt dieses System seit 40 Jahren, seit Hermann Neuberger. Und 40 Jahre war ziemlich jeder damit zufrieden. Wir müssen für die Zukunft aus diesem Vorfall lernen und den Saarsport auf völlig neue Beine stellen“, erklärt Bouillon weiter. Alle Strukturen, die bestehen, auch die Sonderregelungen wie beispielsweise das Sportachtel oder auch persönliche Verbindungen, „alles was bisher immer als positiv dargestellt wurde“, müsse nun hinterfragt werden.



Zurück zum Sportlichen: Die Streckenführung zwischen dem Start-Ort Koblenz und der Finaletappe in Stuttgart ist sehr abwechslungsreich und hat die Streckenplaner zu einem Kurs inspiriert, der den Renn­ausgang bis zum Schlusstag offenlassen soll. Der Startschuss der dritten „Saar-Etappe“ am Samstag, 25. August, fällt vor der Porta Nigra in Trier. „Von dort aus wird sich das Peloton auf die insgesamt 177 Kilometer lange Strecke nach Merzig machen“, erläutert der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld. Fast 2900 Höhenmeter müssen die Fahrer auf dieser Etappe absolvieren.

Nach der ersten Zieldurchfahrt in der Trierer Straße überqueren die Profis die Saar in Richtung Hilbringen zur Saarschleifen-Runde. Von dort aus geht es zu einer Bergwertung in Nohn und weiter nach Orscholz. In Mettlach überqueren die Fahrer die Saar erneut. Nach einer weiteren Bergwertung erreichen sie Merzig dann wieder. Nach der zweiten Zielpassage steht eine weitere anspruchsvolle Schleife von rund zehn Kilometern an. Vorbei an der Kreuzbergkapelle gibt es die letzten Bergpunkte des Tages zu gewinnen, bevor es rund fünf Kilometer hinab zum Ziel bei der Kindertagesstätte St. Josef in die Trierer Straße geht und der Tagessieger feststeht.

Zudem wird an diesem Tag in Merzig neben einem umfangreichen Rahmenprogramm die „Newcomer Tour“, das Nachwuchsrennen der Deutschland-Tour, ausgefahren. Dabei findet auf der Zielrunde der Profis über den Kreuzberg ein Sichtungsrennen der weiblichen U17 statt. „Der Radsport in Deutschland verdient eine Chance“, sagt Matthias Pietsch vom Tour-de-France-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO), der auch die Neuauflage der Deutschland Tour organisiert. „Wir haben an unser Projekt und unsere Vision geglaubt. Man braucht für eine solche Veranstaltung aber auch starke, regionale Partner“, erklärt Pietsch weiter. Mitgeplant wurde die Strecke von Ex-Radprofi Fabian Wegmann. Die teilnehmenden Rennställe werden erst sechs Wochen vor der Veranstaltung bekanntgegeben. Denn parallel zur Deutschland-Tour findet vom 25. August bis zum 16. September die Vuelta in Spanien statt.