Mendler hat beim FCS einen schweren Stand

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Regionalliga Südwest : Mendler hat beim FCS einen schweren Stand

Der Fußball-Regionalligist hat nach der Vorrunde viele Gewinner, vor allem Trainer Lottner. Aber es gibt auch einige Sorgenkinder.

Die Fußball-Regionalliga Südwest startet in die Rückrunde, und Tabellenführer 1. FC Saarbrücken hat an diesem Samstag um 14 Uhr Heimrecht im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion gegen den abstiegsbedrohten FK Pirmasens. Zum Saisonauftakt siegte der FCS auf der Husterhöhe mit 3:1. Die Treffer damals erzielten zwei Spieler, die man durchaus zu den Gewinnern der Vorrunde zählen kann: Sebastian Jacob traf doppelt, Fabian Eisele einfach. „Sebastian ragt mit seinen 14 Toren sicher heraus“, sagt Sportdirektor Marcus Mann: „Aber ich möchte eigentlich keinen rausheben, denn Spiele gewinnt keiner alleine.“

Eine ganz starke Vorrunde spielte auch Torwart Daniel Batz. Den Patzer beim 1:1-Ausgleich gegen den FC Homburg hat er mit glänzenden Paraden in der Liga, aber auch beim 3:2-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten 1. FC Köln wettgemacht. Der Ex-Elversberger hat sich mittlerweile auch bei den zunächst sehr kritischen Anhängern hohes Ansehen erarbeitet.

Batz’ Leistung hervorzuheben, darf aber die einiger seiner Vorderleute nicht schmälern. Die Neuzugänge Boné Uaferro, Anthony Barylla und nach Anlaufschwierigkeiten auch Christopher Schorch erwiesen sich bislang allesamt als Glücksgriffe. Uaferro ist ein bärenstarker Fußballer, löst viele Aufgaben mit gutem Stellungsspiel und nahezu ohne Foul. Barylla spielt deutlich unauffälliger, aber nicht weniger solide. Der von ihm verursachte Elfmeter beim Bahlinger SC bleibt so ziemlich der einzige Fleck auf der Weste des Verteidigers. Schorch hatte zu Rundenbeginn massive körperliche Rückstände aufzuholen, tat das und wuchs nach dem Ausfall von Abwehrchef Steven Zellner (muskuläre Verletzung) zu einer emotionalen Führungsperson in der Mannschaft heran. Auch für ihn war das Wiedersehen mit Ex-Club Köln sicher ein Höhepunkt – zumal er mit seinem Führungstreffer zum 1:0 die Tür zur Sensation weit aufstieß.

„Bei Brylle gehst du manchmal heim und weißt nicht, ob er da war. Aber das spricht eigentlich für einen Verteidiger“, sagt Mann, „und Schorchi braucht halt Fitness und Rhythmus. Das hat ihm nach einem halben Jahr Pause gefehlt.“

Deutlich weniger gut lief die Vorrunde für die drei Kreativspieler Markus Mendler, Mergim Fejzullahu und Timm Golley. Letztgenannte wurden öfter von größeren und kleineren Blessuren ausgebremst, konnten ihre Fähigkeiten in der wenigen Spielzeit nur selten unter Beweis stellen. „Wir wissen, was sie können. Darum haben wir sie geholt“, sagt Mann und erwartet, dass nach der Winterpause der Kampf um die Stammplätze in der Mannschaft noch intensiver wird.

Auch Mendler fand sich – trotz fünf Saisontoren – oft auf der Bank wieder. Auch weil Jacob die Rolle hinter den Spitzen hervorragend ausfüllte. „Markus hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, wie wertvoll er für uns ist“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner zuletzt beschwichtigend: „Er ist immer ein Thema für die Startelf, will vielleicht manchmal zu viel. Aber er wird noch sehr wichtig für uns werden.“

Womit man bei einem weiteren Gewinner der Vorrunde angekommen ist: Lottner selbst. Im ersten Jahr seiner Tätigkeit in Saarbrücken war der Aufstieg nur offiziell kein Thema, der Kölner trotz starkem Kader weit weg davon. Danach scheiterte Lottner mit überragendem Personal an eigenen und individuellen Fehlern seiner Spieler erst gegen 1860 München (in der Relegation) und im Jahr darauf gegen den SV Waldhof Mannheim, der in der Liga einfach einen Lauf hatte.

Nun mit weiteren Verstärkungen und den Erfahrungen aus drei misslungenen Anläufen scheint das Gesamtpaket zu stimmen. Lottner trifft viele richtige Entscheidungen. Der „Hurra-Fußball“ der Anfangszeit ist ergebnisorientierter geworden – was nicht unbedingt schlechter heißt. „Der Fokus auf das große Ziel ist in diesem Jahr so groß wie nie zuvor. Daran haben auch die Trainer ihren Anteil“, sagt Mann, ohne das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen. Und er warnt: „Es ist erst Halbzeit, es ist noch nichts erreicht. Es gibt keinen Grund, sich auf die Schultern zu klopfen.“ Vielmehr will er, dass der FCS genauso weitermacht wie bisher in der Regionalliga Südwest.

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