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Meldesystem als erster Schritt in der Corona-Krise

Kostenpflichtiger Inhalt: Hilfe für Vereine und Verbände : Meldesystem als erster Schritt in der Krise

Der Landessportverband will Vereinen und Verbänden helfen. Geld dafür hat er nicht. Stattdessen drohen selbst neue Einbußen.

Adrian Zöhler, der Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), hat am Montagnachmittag ein Signal an die organisiert Sporttreibenden im Lande geschickt: „Wir lassen unsere Vereine nicht alleine mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie.“

Eine lobenswerte Ankündigung. Nur was will und kann der LSVS, seit seinem Finanzskandal selbst ein Sanierungsfall, überhaupt leisten? Klar ist: Die Corona-Krise hat das Saarland fest im Griff, und in vielen Sportvereinen geht die Angst um. Plätze und Hallen sind verwaist, Spiel- und Trainingsbetrieb verboten. Einnahmen aus Veranstaltungen und Sportfesten brechen weg. Inwieweit große und kleine Sponsoren dem Sport erhalten bleiben, ist nicht abzusehen. Denn auch viele kleine und mittlere Unternehmen, die den Verein im Ort unterstützen, bangen um ihre Zukunft.

„Als Dachorganisation und Interessenvertreter von 370 000 Sportlerinnen und Sportlern, 2100 Vereinen und 51 Fachverbänden endet unser Engagement nicht bei der Gesundheits-Fürsorge durch die Einstellung jeglicher Sportveranstaltungen und Übungsangebote, um damit zur Eindämmung und Verlangsamung der sich weiter verbreitenden Pandemie beizutragen“, sagt Zöhler, der am Dienstag seinen 50. Geburtstag feierte: „Wir wollen und müssen den Sportvereinen und Verbänden in dieser besonderen Krisensituation auch bei möglichen finanziellen Auswirkungen hilfreich zur Seite stehen.“

Zwar ist auch die Geschäftstelle des LSVS im Saarbrücker Stadtwald für den Publikumsverkehr geschlossen, dennoch geht dort die Arbeit für den Sport weiter. Die Hauptgeschäftsführung des LSVS soll schnellstmöglich ein digitales Meldesystem einrichten. Dort können sich Vereine und Verbände mit ihren finanziellen Nöten melden. Ein eigens eingestelltes Online-Formular muss ausgefüllt und an die Geschäftsstelle zurückgesandt werden.

Abgefragt werden Schäden, die den Verbänden und Vereinen im Bereich des Liga-, Sport- und Trainingsbetriebs, der Übungsleiter, Betreuer und Trainer sowie durch fehlende Einnahmen aus dem laufenden Betrieb entstehen. Auch Belastungen durch Mieten und Verpachtunen können aufgeführt werden. Nach Auswertung der eingegangenen Rückmeldungen will das LSVS-Präsidium mit dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport Möglichkeiten von Hilfsmaßnahmen ausloten. Mehr ist nicht drin, denn die finanzielle Lage des LSVS lässt keine großen Sprünge zu, krankt der Verband und damit doch der ganze Saarsport noch immer an den längst nicht überstandenen Auswirkungen des Finanzskandals.

Und es droht weiteres Ungemach. Einnahmen aus dem gesetzlich geregelten „Sportachtel“ drohen wegzubrechen . Wie sich die Ausgangsbeschränkungen auf den Lotto-Umsatz auswirken, weiß niemand. Die Spielbanken sind ohnehin schon geschlossen. „Bis vor einer Woche waren die Zahlen auf Vorjahresniveau. Viele Lotto-Annahmestellen sind weiter geöffnet, aber auch das Online-Geschäft hat in den letzten Monaten angezogen“, sagt Zöhler. Nur war bis vor einer Woche die Lage noch lange nicht so dramatisch wie jetzt. „Trotz der allgemein schwierigen Situation des Dachverbandes wollen wir insbesondere mit dem Meldesystem dazu beitragen, dass kein Verein oder Verband auf Grund der Auswirkungen der Corona-Pandemie dermaßen Schaden nimmt, dass er in Insolvenz gehen muss“, beteuert Zöhler.

Doch nur mit dem Einsammeln der Rechnungen ist noch keine davon bezahlt. Und auch Fragen nach geplanten Investitionen, wie beispielsweise der Aus- und Umbau von Sportanlagen, die energetische Sanierung von Clubheimen oder Flutlichtern sowie deren Förderung über die Sportplanungskommission sind noch nicht beantwortet. „Das Meldesystem ist ein erster Schritt“, sagt Zöhler: „Wir müssen zunächst einen Überblick über die Größenordnung bekommen, die uns erwartet – von den untersten Ligen bis zu den Profivereinen. Wie und in welchem Umfang wir dann helfen, wird der zweite Schritt sein.“

www.lsvs.de